Zeichnungen in der Albertina, wären wirklich von Elsheimer's eigener Hand und wirklich Studien zueinem und demselben Bilde, so wäre damit nichts weiter bewiesen, als dass Elsheimer ein ähnlichesBild wie das sog. Contento von Knüpfer gemalt haben könnte. Giebt es übrigens doch auch imMuseum zu Dresden eine in dieser Beziehung äusserst wichtige, ähnlich wie das Schweriner Bildyß, - eigenhändig bezeichnete braun getuschte Pinselzeichnung von Nikolaus
y\^iufaj-e^ni /°fj Knüpfer, h. 197 mm, br. 153 mm, welche Wörmann mit folgendenWorten beschreibt: »Auf Geheiss der Göttin entführt Merkur das Glück,das in Gestalt einer nackten Frau der Erde entschwebt. An ihrem herabgleitenden Gewändezerren entsetzte Menschen, die am Boden liegen oder stehen. Bezeichnet unten rechts. AlterBestand der Sammlung; 1894 aus dem Vorrath.« Vgl. Dresdener Handzeichnungen, Mappe III,XXIV, Nr. 2.
Vor allen Dingen aber muss hier noch mit einem anderen Irrthum aufgeräumt werden.Bode nennt das Bild des Johannes König vom Jahre 1617 in der Residenz zu München eineCopie nach dem Contento in der Alten Pinakothek. Das könnte den Glauben erwecken, alsob beide Bilder genau dieselben wären. Das ist aber nicht der Fall. Ich lasse hier einenBrief von Herrn Professor Dr. Franz von Reber folgen:
»Im Besitze Ihres werthen Schreibens vom 23. December 1892 habe ich nicht gezögert,das König'sche Bildchen in dem mit den König'schen Miniaturen vertäfelten Kabinet odersog. Leichen-Zimmer der Residenz aufzusuchen. Es ist zweifellos bezeichnet:
Joanis KönigNorimbe Fecit16 17.»Das Bild ist jedoch nicht identisch mit unserm Knüpfer, sondern scheint nach demOriginale unseres Knüpfer copiert. Dass statt der Gobelingemälde (Papst zu Pferde etc.)nur Ornamente auf den Vorhängen links angebracht sind, wäre noch das Geringste: die Ver-einfachung könnte von Herrn König herrühren. Aber der ganze Vordergrund ist mit Emblemenbedeckt, da sind Tiara und Kaiserkrone etc., Waffen verschiedener Art, musikalische Instru-mente mit aufgeschlagenem Musikheft, Kartenblätter etc., von welchen auf unserem Bilde nurdie Laute wiedergegeben ist. Auf unserem Bilde ist auch aus der männlichen bekleidetenFigur, welche im Hintergrund in der Tempelruine steht, eine weibliche nackte Statue mitSchild und Fähnchenspeer geworden.«
»Die »Jagd nach dem Glück«, wie Sie vorgeschlagen haben, ist wohl die glücklichsteBezeichnung des Bildes, sie wird auch durch die vorne liegenden Embleme, ebenso wie durchdie Hintergrundscene sehr unterstützt.«
»Der Stich von Martini mit der Randbezeichnung »Elzheimer« an der linken Ecke undmit der Inschrift »du Cabinet de Mr. Poullain« ist nach unserem Bilde gemacht, wenn es auchnicht an einigen Varianten fehlt, das König'sche Miniatur aber zweifellos nach einem Bild, dasunserem zeitlich vorausgeht, aber von unserem Bild nicht soweit verschieden ist, wie das Ihrigevon dem unsrigen.«
»Hoffentlich werden Sie dem Elsheimer'schen Urbilde noch auf die Spur kommen.«
Vorläufig wird mit dem König'schen Bilde nur bewiesen, dass der Vorwurf des
Knüpfer'schen Bildes auf einen älteren Gedanken zurückgeht, an dessen künstlerischer Gestaltung
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