auch Andere mitgearbeitet haben. Die Gestaltung dieses Vorwurfs im sog. Contento der AltenPinakothek und seine schliessliche Vollendung im Schweriner Bilde von 1651 bleibt trotzdemimmer das geistige Eigenthum unseres Knüpfer: si duo faciunt idem, non est idem.
Es bleibt somit nichts übrig, als den Einfluss der Werke Elsheimer's auf die KunstKnüpfer's zurückzuschrauben, wenngleich zugegeben werden soll, dass solche Werke, wie der»Besuch des Jupiter und Merkur bei Philemon und Baucis« von Elsheimer, von dem der Goudt'scheStich in Utrecht wohl zu Knüpfer's Kenntniss gelangt sein wird, einen Zug aufweisen, der denWerken des Letztgenannten homogen ist. Ferner ist das »Opfer zu Lystra« im Städel'schenInstitut, das den früheren Werken des Elsheimer zugerechnet wird, ein Bild mit einer starkan die Art des Frans Francken IL erinnernden Massendarstellung, welche, wenn Knüpfer dasBild gekannt haben sollte, befruchtend auf ihn gewirkt und in ihm die Idee erzeugt habenkönnte, etwas Aehnliches, aber künstlerisch Wirksameres hervorzubringen. Wiederum dem»Opfer in Lystra« sehr verwandt ist das Bild im Museum zu Basel Nr. 113. Auch hierfindet sich ganz die Art des Frans Francken. Dass dieses Bild, welches nicht die Fabel vonPeleus und Thetis, wie der Katalog angiebt, sondern unzweifelhaft eine Jagd nach dem Glückim Sinne Knüpfer's darstellt, von Knüpfer selber sein sollte, wollte uns bei eingehenderer Ver-gleichung nicht in den Sinn. Immer wieder verdrängte die offensichtliche Uebereinstimmungmit der Art des Frans Francken jeden Versuch, es in eine andere Richtung zu bringen. DerGedanke, dass in diesem Bilde möglicherweise ein Originalbild des Elsheimer aus seiner erstenPeriode vorliegen könnte, ist erst nachträglich in uns aufgestiegen. Wäre das Baseler Bildwirklich ein Jugendwerk von Elsheimer, dann wäre die Quelle gefunden, dann würde aber auchder Vergleich mit den beiden Bildern in München und Schwerin sehr schnell die ausser-ordentliche Ueberlegenheit Knüpfer's darthun. Doch bedarf die eben angeregte Frage einererneuten Prüfung. Vgl. Nachtrag.
12 ) Auf eine Anfrage nach weiterem archivalischen Material über das Verhältnisszwischen Meister und Schülern schreibt Bredius: »Die Archive haben mich belehrt, dass Aryde Vois aus Utrecht gebürtig ist, also als ganz junger Mann wohl die ersten Anfänge derMalerei bei Knüpfer gelernt haben kann. Dafür, dass Steen in Utrecht war, giebt es keineBelege. Knüpfer habe ich auch nicht in Leiden gefunden.«
Trotzdem darf Houbraken's Angabe über Jan Steen's Lehrzeit bei Knüpfer noch nichtgleich in Zweifel gezogen werden. Sie könnte sogar durch eine Reihe seiner Werke gestütztwerden, in denen die Farbenstimmung der Utrechter Schule zu spüren ist, wenn nicht zu-gegeben werden müsste, dass diese Wahrnehmung auch auf andere Art sich erklären Hesse.
Berichtigung zu Seite 16. Als Beispiele für die Behandlung von Scenen mit geschlossenem Licht hättendie Bibelbilder in Schwerin und Utrecht, nicht die in Breslau und Braunschweig, genannt werden sollen.
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