V
^ie wenig - der Meister Nikolaus Knüpfer noch vor Kurzem bekanntt5 war, wird am besten dadurch bewiesen, dass im Jahre 1891 einzweifelloses Werk seiner Hand, das für eine Arbeit des Ferdinandl >£k?7ZAr$Y!aifl Bol angesehen wurde, dazu dienen sollte, die Grundlage zu einemNeubau der holländischen Kunstgeschichte zu bilden und keinen Geringeren alsRembrandt von seinem Thron zu stossen.
Der Fall Lautner, auf den ich mit diesen Worten hinweise, hat heute nurnoch ein pathologisches Interesse: erstens zeigt er, wie blind und wagehalsig inder trefflichen Stadt Breslau diejenigen waren, welche dem unglücklichen Buche»Wer ist Rembrandt« zu Licht und Leben verhalfen, zweitens dient er für immerzur Warnung - .
Doch ergiebt sich aus dem Breslauer Vorgang eine für uns nicht ganz werth-lose Schlussfolgerung, die nämlich, dass ein Gemälde, welches unter der Aegideeiner Excellenz zu einem schön gedruckten Buche Anlass geben und einen ganzenGeschichtsbau über den Haufen werfen sollte, kein unbedeutendes Werk sein könne,sondern immerhin ein gewisses Maass von Stosskraft und vielleicht auch noch etwasin sich haben möge, das es mit der Kunst grosser Meister, wie Rembrandt undBol, in irgend einer Weise verbinde.