Druckschrift 
2 (1892) Anmerkungen
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

62 IX BITTGESANG AN DEN HEILIGEN PETRUS

man auch im muspille' Lachmann über singen und sagen 1833 s. 10Sanm. jener allitlerierende langvers Olfrids stammt ohne Zweifel, sei esunmittelbar oder mittelbar, aus dem muspilli, das, wie man auch ausder art der aufzeichnung durch Ludwig den deutschen oder seine ge-mahlin und aus der Interpolation und erweilerung, die es erfuhr, schliefsenmuss, ein zu seiner zeit angesehenes und wohl bekanntes gedieht war[s. jedoch nachwort zu III]. der dem Otfrid und Petrusliede gemein-same vers aber wird aus einem allem gebet oder billgesang herzuleitensein, in dem noch reim und allilleration sich mischten, darauf führtdie vorletzte, reimlose zeile der olfridischen stelle, die nicht an eine2<Xibenulzung des Pelrusliedes durch Otfrid denken lässl, sondern von ihmwohl mit aus dem altem gedieht herüber genommen ist. und zwar wardies, tele es scheint, in einem fränkischen dialckl gedichtet, der nichtnur wie der Olfrids die alle media d beibehielt, sondern auch schonein neues d für lh gestaltete: ohne das würde der zweiten halbzeile diein der ersten durch zwei liedstäbe deutlich bezeichnete allilleration fehlen,eine zweite unsichere spur dieses dialekls fanden wir im SlrafsburgerMulsegen IV, 6, 9. eine drille sichere bietet der Spruch IV, 7, 4 Contramal um malannum, wo die zweite halbzeile zwei liedsläbe im ersten halb-vers voraussetzt, diese aber nicht in (ü: gituo gefunden werden können,iveil die lenuis im anlaul des pronomens nur eine folge der inclinaliondesselben an das vorhergehende wort durch den Schreiber ist: der ur-sprünglichen ausspräche gemäfs würde man hier schreiben müssen du:giduo: riolg: dölhoubit. vgl. Graff 5 vorr. v. vi. wegen der angeblichenbindung von tli und d im Beliand s. vorr. s. xxi. bei der vorhinaufgestellten Vermutung ist jedoch nicht zu übersehen, dass die merk-male einer noch unfesten kunstübung, die Unregelmässigkeiten des Vers-baus, durch die sich die ersten stücke Olfrids besonders auszeichnen(zu XI, 8. 20. XXVI, 10), sich fast alle in dem kleinen canlicum Mariae1, 7, dessen schluss die angeführten verse bilden, zusammendrängen(vgl. auch Erdmann s. 359): 1, 7, 9 ist völlig reimlos wie vorher 1, 6, 9(wegen 1, 5, 61 s. allä. sprachpr.* s. 71); auch 1, 7, 19 ist mehr durchallilleration als durch reim gebunden und sie fällt auch 4. 5. 12. 18.24. 26 ins ohr, aber auch 1, 2, 5. 16. 40. 1, 4, 7 10. 1, 5, 5/. 11/'.und sonst.

Nachdem Maßmann 1839 ein faesimile des vorliegenden gedichtesgegeben (ein besseres, aber auch nicht ganz zuverlässiges gewährt jetztKSMeisler das katholische deutsche kirchenlied in seinen singweisen, bd. 1,Freiburg 1862), wurde die melodie desselben zuerst von FWolf überdie lais (1841) s. 308 anm. 152 besprochen und die dann von anderen oftwiederholte behauplung aufgestellt, jede der drei Strophen habe eine anderemelodie, der liturgische refrain Kyrie eleison Clirisle eleison sei auch einmusikalischer, eine gleichbleibende schlusscadenz, also dies lied ganz wieein iropus gesungen, die anioendung der seither, hauptsächlich durchfranzösische und belgische forschungen, gewonnenen genaueren kennlnisder neunten auf diese melodie führt jedoch zu einer anderen ansieht.