60 VIII EIN SPJELMAHNSREIM
Die königin Hildegard starb am 30 april 783. Uodalrick kommtals graf des Linz- und Argengaus auf der nordseile des Bodensees ur-kundlich in Neugarls cod. diplorn. Alem. nr. 144 a. 802, nr. 151 o.805 vor, Stalin wirlembergische geschickte 1, 327. sein und der königinallerer bruder war Kerolt, der mächtige freund und Heerführer Karls,der am 1 September 799 wider die Avaren fiel (Stalin 1, 246/'.), undvon einem der waffenge fährten desselben halle der Sangaller mönch,der im j. 883 hundert jähr nach dem lode der königin schrieb, icenigslensseine nachrichten über Karls heerzüge. die anecdole, mag sie wahroder falsch sein, beweist in jedem falle, wie geläufig schon im neuntenjh. auch den fahrenden der endreim gewesen sein muss, vgl. exe. zuII, 15. die letzten warte defuneta sua sorore lassen sich vielleicht aufverschiedene weise zurückübersetzen, aber ganz sicher und unläugbarist der endreim uuestar: suester. dieser ist auch in der ersten zeile,sowie er hier von Haupt gefunden ward, viel wahrscheinlicher als dievocalische allilleralion Uo : e. die concinnität der rede verlangt auchim lateinischen lext zu honores ei» quoseunque oder omnes zu ergänzen.honor ist seit der mitte des neunten jh. gleichbedeutend mit beneficium(Roth benefwialwesen s. 432 /'.) und honorem perdere mit beneficiumperdere. der entsprechende deutsche ausdruck kann früher denselbensinn gehabt haben, wie der ags., Beöv. 2606 pä äre pe Iie liim ser l'or-geaf, vfcslede veligne Vsegmundinga, folcrihta gehvylc, svä his fäder alite uö.ganz ähnlich wie östar enii uuestar gebraucht die ags. poesie sud odtlcnoret, Beöv. 858, Vids. 13S. es durften diese seilen-als ein merkwür-diges und wichtiges zeugnis für die geschickte der deutschen poesie indieser samlung einen platz erhalten. ein beispiel der durchßihrungdes endreims vor Olfrid gibt sonst vielleicht nur der geistliche gesangvon Ckrislus und der Samariterin (X) ; s. den excurs dazu; vgl. zu IX, 7. 8.[dass Haupts reconstruetion in der hauplsache das richtige trifft, davonbin ich nach wie vor überzeugt, die einwände, ivelcke Emil Henricizur gesch. der mhd. Igrik 1876 s. 63 erhob, habe ich meines erachlensendgillig anz. 2, 147/'. widerlegt, und wenn Ernst Henrici beilr. 5,56mit beneidenswerter sicherheil gilili für einen Sprachfehler erklärt, ohneeinen anderen beweis erbringen zu können, als dass er Verbindungenmit liuuelih herbeizieht und eine grofse gruppe von fällen als ausnähmeproclamiert, so halle ich im gegenleil das von mir aao. aus dem Lanzelclangeführte beispiel für stringenl. ich verweise ferner auf das Hohen-burger hohelied 66, 26—67, 1 so <laz er schefphet (/. chapfet? Germ.22, 36) nach wichtigelichime unde loset nach allir dinge gehen, unde erstinchen wil nach allir bliime golich, unde er smekchen wil zallir chrutegelich, unde ungehorsauieliclie griffet nach allir dinge gelich, unde sine
füzze gewellet in aller winche (l. winchel Germ. 9, 363) gelich.....:
die recchent ir uurwitze an allir dinge gelich, soioie auf die gleichfallsunflectierlen formen im Alex. S 6017 zaller beige gelich giengen zwelifman creftich und im Vorauer Moses 79, 25 hiez er tragen von geslahtegelich eine gerle siimlerlicb ; 82, 5 an aller scet'te gelich : erlfch.] übrigenswerden sick in jungem quellen nock andre beispiele solcker improvi-