Immer bleibt es zu beachten, dass Knüpfer im Ul rechter Gildenbuch nur als»Passant« verzeichnet ist, was, wie bereits bemerkt, darauf hinweist, dass er keinUtrechter war, sondern aus der Fremde kam.
Es ist ferner zu beachten, dass er einen hochdeutschen Handwerksnamen(Knüpfer, soviel als Posamentier) trägt, der das plattdeutsche Land als Herkunfts-land der Familie ausschliesst und in Sachsen, speciell in Leipzig, noch heute mehr-mals nachgewiesen werden kann.
Es ist endlich sehr wohl anzunehmen, dass Knüpfer selber und zeitgenössischeHolländer dagegen aufgetreten sein würden, wenn der Niederländer de Bie, dersein Buch höchst wahrscheinlich noch bei Lebzeiten Knüpfer's verfasste, ihn fälsch-licherweise zu einem Deutschen gemacht hätte.
Wir haben deshalb keinen Grund, den Erzählungen der de Bie, Meyssens,Sysmus und Sandrart, die sehr wohl auf das Beste über ihn unterrichtet seinkonnten, mit Misstrauen zu begegnen. Wir haben um so weniger Grund dazu, alssie mit den zuerstgenannten, aus untrüglichen Quellen gewonnenen Lebensdaten desKünstlers im Einklänge sind.
Cornelis de Bie erzählt, dass Nikolaus Knüpfer im Jahre 1603 in Leipzigvon ehrlichen Eltern (van eerlyke ouders) geboren wurde, dass er schon als Knabeeine Scene aus der Odyssee an die Wand seiner Kammer malte und zuletzt mitEinwilligung des Vaters den Beruf des Künstlers erwählte. Zwei Jahre hindurchsei er darauf von einem Leipziger Maler Emanuel Nyfsen unterwiesen worden, derihn aber zu den gewöhnlichsten Verrichtungen missbraucht habe. Dann sei er nachMagdeburg gekommen und hier bis zu seinem 27. Lebensjahr geblieben. 1630 seier nach Utrecht gelangt und in das Atelier Abraham Bloemaarts eingetreten. Beidiesem Meister habe er seine künstlerische Vollendung erhalten. Zuletzt sei dieAufmerksamkeit des Königs von Dänemark auf ihn gelenkt worden, für den erdrei kunstreiche Bilder gemalt habe. 7 ) Aber auch in Amsterdam, Utrecht und ananderen berühmten Orten seien merkwürdige und sehenswerthe Malereien von ihmvorhanden.
Vierzehn Jahre später bestätigt der alte Sandrart, der ein weitgereister undgelehrter Mann war und, gleich dem Cornelis de Bie, den Nikolaus Knupfer recht