bezeichnet und erlangt neben einem de Heem, J. B. Weenix und Munstert (?) denvierthöchsten Preis. 3 )
Diese Thatsache beweist, dass er um die Mitte des XVII. Jahrhunderts einMann war, der den besten holländischen Malern an die Seite gesetzt wurde. DasJahr 1649 aber hat noch eine weitere Bedeutung für Feststellungen in Knüpfer'sLebensgange. Es ist das Jahr, in dem die später von C. de Bie benutzteMeyssens'sche Bildniss-Sammlung erschien, welche unter anderen den Jode'schenStich nach Knüpfer's Selbstporträt mit längerer Unterschrift enthält. 4 )
Die anderen beiden Data, welche als Fixpunkte Bedeutung haben, 1651und 1654, hat Knüpfer auf zwei Bildern seinem eigenhändig hingesetzten Namenhinzugefügt. Das eine Bild ist die »Jagd nach dem Glück« im Grossherzog-lichen Museum zu Schwerin, das andere ist das »Gebet des Tobias an seinemHochzeitsbett«, das sich im Museum zu Utrecht befindet.
Beide Bilder zeigen den Künstler auf der Höhe seines Schaffens und nehmensehr für ihn ein.
Weitere feste Data sollte man aus den sächsischen Archiven, besonders denender Stadt Leipzig, erwarten, welche von den Primär- und Sekundärquellen als seineHeimath bezeichnet wird. Allein die Durchsuchung der Taufregister, Leichenbücher,Notariatsinstrumente, Bürger- und Steuerrollen hat kein Ergebniss gehabt. 5 )
Darf man sich aber daraufhin das Recht anmassen, die Angaben von nichtweniger als vier Zeitgenossen, der Holländer Cornelis de Bie, Jan Meyssens undPetrus de Jode im Gulden-Cabinet (1661) und des Amsterdamer Stats-DoctorsJan Sysmus in seinem Schilderregister (1669 oder 1678) ö ) sowie des DeutschenJoachim Sandrart in seiner Akademie (1675) für falsch zu halten, welche alle denNicolaus Knüpfer einen Leipziger nennen?
Gewiss nicht ohne Weiteres. Denn es sind allerlei, keiner weiteren Aus-führung bedürfende Möglichkeiten denkbar, dass Knüpfer in Leipzig oder in einerVorstadt von Leipzig geboren und sein Name dennoch in keines der Kirchen- undStadtregister eingetragen wurde.
Oder er nannte sich im Auslande vielleicht schon deshalb einen Leipziger,weil er aus der Nachbarschaft von Leipzig oder überhaupt aus Sachsen stammte:was ja schliesslich keinen grossen Unterschied macht.