IV SEGEN UND SPRÜCHE 45
der ersten silbe verrät, ob er das eine oder das andre setzen sollte:gol. kunaveda, verschrieben für kunavida, ahd. khunauuithi sprechen füro, ags. cynevidde, das dasselbe wort zu sein scheint, für i. gol. in kuna-vedom Iv cO.voei, die gl. Ker. (Batlemer 1, 190 b = a/id. gl. 1, 204,31. 37) Laqueari. strikhi . catena . khuna . uuitln. Loconie . uuithi. calene .khuna.uuithi, nach der Reichenauer hs. (Diuliska 1, 259 b ) Lauconie,slricki. calene, dum uuidi — sonst findet sich das wort in unsernquellen nicht — lassen die bedeulung 'helle , dann allgemeiner 'fessel'nicht zweifelhaft, der erste wortleil aber ist dunkel, ags. cyue-, dasin cynebald cynegöd cyneröf cynevord den begriff erhöht, weist auf gol.kuni yivoq, und alln. bedeutet kyn auch res mira, kynjum miro modo,valde und man bildet mit dem gen. plur. in diesem sinne composila wiekynjamenn kynjalaeti kynjavelr, denen scheinbar cuniouuidi genau ent-spricht, aber die erklärung durch kuni scheitert an der Übereinstimmungdes gol. und ahd. in dem Ihema auf -a und der rechtfertigungscersuchFJuslis (Zusammensetzung der nomina s. 52) kann sich auf kein zweitesbeispiel für den aus/all des i stützen, er könnte sicli nur noch daraufberufen, dass das u, wenn es kurz ist, im ahd. höchst auffallenderweise vor a ungebrochen bleibt. Wackernagels deulung 'kniestricke istsprachlich und sachlich gleich unzulässig: sprachlich, weil es in keinergermanischen spräche ein kun oder kuni 'knie' gibt, also auclt keinengen. plur. cuniö, den Wackernagel im lesebuch 1859 ansetzt, und sach-lich, weil niemand an den knien gefesselt wird, ebensowenig ist beicuniowidi an kränze für den Sieger zu denken (mylh. 373); wie toöre276damit dem gefangenen geholfen? auch LToblers künstliche deulung(Germ. 30, 63) befriedigt nicht, und die schwierigkeil würde nicht gelöstsondern durchhauen, wollte man mit Hollhausen aao. cuoniro schreiben.4 um allilteralion stall des endreimes herzustellen, vertauschte Zacheraao. 463 die beiden verba, während HMöller zur ahd. aliitteralions-poesie s. 51 vor dem kühnen vorschlug infliuh vigandun, invar haptbandunnicht zurückschreckte, der sprueli führt von 1—3 in episch erzählen-der weise den fall vor, wo unmittelbar durch göttliche mächte dieWirkung hervorgerufen wurde, die der zaubernde in seinem falle wünscht,in der schlusszeile nimmt er ihnen gleichsam das wirksame wort ausdem munde, um es für sich anzuivenden und damit dieselbe Wirkungzu erreichen, ebenso verfährt der zweite spruch und andre zauber-lieder. dass auch im norden sprüche wie der vorliegende bekannt waren,ward in der myth. 1180 übersehen:
Pat kann ec ei fiorda, ef mer fyrdar bera
bönd at boglimom:
svä ec gel at ec ganga mä :
spretlr mer af fötom fiöturr,
en af höndom hapt. Havam. 149.
Pann gel ek per inn fimta: ef per fiöturr verdrborinn at boglimnm,