II DAS HILDEBRANDSLIED 25
ihrer weise zu beseitigen bestreit waren, ersetzt uns ein ms. und solltenun mit, den andern mss. zusammen zur herslellung des gedicktes selbstbenutzt werden, aber ich halte diese nicht für möglich, zunächst weilfür zwei drittel des liedes eigentlich nur die hs. W, der noch dazuslr. 11 abgehl, neben der druckrecension zu geböte steht: denn D be-sitzt bei ihrer besonderheit immer blofs bestätigenden wert, und N leidetan zahlreichen willMrlichkeiten und enlstellungen, abgesehen davon, dassals Übersetzung sie nicht voll in belrachl kommt, sodann aber, weilunsere ganze Überlieferung ein bereits verderbtes original voraussetzt,so grobe reime wie 3 slage: hat, 10 wit: wip, 11 hove: noch undnamentlich 7 gemach: Afgesazt oder ütfgesat, 17 vesperzil: reit, aufweichedie reconstruction führt, waren schwerlich einem gedichle der guten zeitdes XIII jh. — dass ein solches damals existierte, bezeugt der beruhtder Thiärekssaga; weniger sicher ist, ob Wolframs zeugnis Wh. 439,10 ff. bereits ein besonderes lied voraussetzt — gemäfs, ebensowenigdie apocope 11 schand (: lanl). und wenn sowohl mehrere drucke alsauch DN in slr. 2 die namenform Abelon — sonst kenne ich sie nuraus den Versionen Ell des dänischen liedes kong Diderik og hanskiemper, s. Grundtvig Danmarks gamle folkeviser 1, 72/'. — aufweisen,so muss sie bereits der gemeinsamen vorläge angehört haben, da sichzwar erklärt, dass unabhängig von einander verschiedene hss. oder druckeim reime auf jung aus Abelon wiederherstellten Abelung oder Amelung,nicht aber, dass sie gleichmäfsig ohne not Amelung mit Abelon vertauschten,darnach scheint es, dass unsere quellen über eine bearbeilung des XIV jh.nicht hinaufreichen; wo diese entstand, lässt sich ebensowenig mitsicherheil ermitteln wie ob das von der Thiärekssaga vorausgesetzte ge-dieht ursprünglich nd. war. — aus meiner ansieht über das Verhältnisder recensionen erhellt, dass ich in den plusstrophen von D spätere Zu-sätze erblicke, die allerdings der Schreiber des Dresdner heldenbuchsschon vorgefunden haben mag: sie verfolgen bei minimalem sachlicheminhalt verdeutlichende lendenz, vgl. 5 zu 4, 26 zu 11; der abgeschmacktescheinkampf zwischen valer und söhn vor frau Ute soll erklären, inwiefern Alebrand den Hildebrand als gefangenen mit sich bringen konnte.— schon Müllenhoff zGNN. s. 13 hat mit recht angenommen, dass dasHildebrandslied die erste hälfte seiner 14 slr. aus dem WolfdielrichB 279 (in D fehlt die stelle) entlehnt habe, könig liouge behauptetWolfdietrich ist ein kebeskint, der mac erbes niht gehan. man vant inze walde bi jungen wolvelln und Iierchlung erwidert Waz saget ir mirvon wolven die loufent da ze holz? er ist ein degen küene und ouchein ritter stolz, hier schliefsen sich wolvelln und wolven gut an ein-ander, die Vorstellung beider Strophen bewegt sich auf derselben ebene,während im Hildebrandsliede, wo auch die erwähnung von Krieclieu(laut)auffällt, der eigenname Wülfing erst etymologisch umgedacht werdenmuss, damit das Wortspiel verstanden wird, das haben dann die hss.des gedichls gefühlt, indem sie für waz saget ir mir von wolven einsetztenWüllinge (Wülffin D, Woluen N, Wolfle W) daz sint wolve.
Zum schluss dieser erörlerungen gebe ich den archetypus der druck-