16 II DAS HILDEBRANDSLIED
zu 55 und 49 ist kein gewicht zu legen, weil sie sich 48 und 58. 59wiederholen und alle verse 49—54 (z. 37—42 der hs.) mit punktenversehen sein müslen, wenn der Schreiber die Umstellung halte bezeichnenwollen, dass er dennoch seines irrlums inne xoard und die Unterbrechungder letzten rede Hildebrands durch 55—57 merkte, dafür spricht dieeinschaltung des quad hiltibrant in 58, womit er wieder einlenkt. 49welaga, bei Olfrid wolaga, bei andern wolago, hat wie wela wola einkurzes ii. 51 da parlicipiale Substantive aufser friund und i'iond im
263 altsächsischen wie im ags. regelmässig im gen. plur. adjectivische jlexionhaben, so erinnerte Kemble im glossar zum Beövulf bei ags. seeölend,das die allgemeinere bedeulung von vigeod krieger, kämpfe annimmt(Iieöv. 703. 1026. 1154, exodus 112, Judith 305, Crisl Ü75, genesis20G2 sceölendra fyll), mit recht an unsere stelle, allein die erklärung,die Leo über Ueöeulf s. 66 anm. von dem wort und dieser stelle gibt,ist verfehlt. 60 daraus, dass ags. neösan, neösian alln. nysa 'ver-
suchen' den gen. verlangt und den acc. nur etwa in der bedeulung 'be-suchen, aufsuchen' zulässl, folgt noch nicht, dass ahd. niusan, niusenalls. niusian, niuson 'versuchen' schlechterdings den acc. ausschlug, zuweiter gellenden änderungen und Vermutungen (Germ. 9, 310) fehlt jedes-falls der grund, da de für dea oder deo (LIV, 1. 14. 15. 17. 19. 20.XIII, 9. 15. 21. 36 de nmozze, vgl. Lachmann) unbedenklich und das Sub-stantiv niüli durch v. 2 und mhd. muole belegt ist. 63 Schmeller(Hei. 2, 94°) erklärte seritan durch schillere und JGrimm (gramm. 4, 7 09)behauptete 'seritan darf nicht, wie bisher geschehn, durch schreiten er-klärt werden, es ist gol. skreitan seindere, oberd. schreifsen.' aberdann hätte der Schreiber (s. zu 2) scrittan geschrieben, und wer wirdsagen se lclon suerdü liauwan oder Signum werpan udgl., wenn die inrede stehenden selbst es unmittelbar tun? es mäste hier ■ also ebensonotwendig der acc. aslti stehen, wie in den gramm. 4, 641 angeführtenstellen der Judith 221 leton ford fleögan flAna setiras, Hei. 169, 30 lietwäpnes ord wundum snilhan, und dann würde man noch den objeclsacc.vermissen, wie passt auch zu 'schreifsen, zerreißen dat in dem seillimstönt? die Schilde werden erst nachher zerhauen, die ellipse 'arme,hände' ist gramm. 4, 710 blofs der neuen erklärung zu liebe ersonnen,und undenkbar 'sie liefsen die arme oder hände mit den lanzen (dieschilde) zerreifsen'. das richtige steht noch gramm. 4, 640 f.: die ellipseder objeclsacc. beschränkt sich auf 'lauter aus dem kriegshandwerk undder Seefahrt hergenommne redensarlen'. so ist auch hier, wie in mhd.sie liezen dar gän, dar strichen, sie liezen umbe gan mit sper und mitsehilde, der acc. diu hros zu ergänzen und die alle erklärung wieder inihr recht einzusetzen. 64 auch hier hält Schmellers von Wackernagel1861 angenommene erklärung (Hei. 2, 94 b ) von scarpen scürim nichtstich, er suchte darin und Ilel. 156, 21 wäpnes eggiun, scarpun setirun,Jwlith 79 scearpne mece, scürum heardne, Beöv. 1033 scürheard (comschwerl) ein unerweisliches scur 'schnitt' scissura, das freilich Wacker-nagel in schür tonsura (Schmeller baier. wb. 3, 396) findet, setir ist aberin allen jenen stellen nichts anderes als in der zu 63 angeführten der