D I DAS WESSOBIiUNNER GEBET »
so ist es viel wahrscheinlicher, dass er auch diese fragmenle zuerst ausverschiedenen gedickten zusammengestellt hat. es könnte v. 5 — 8 deranfang eines selbständigen hochdeutschen, vielleicht baierischen gedichlsoder doch aus dem anfang eines solchen entnommen sein, spuren desniederdeutschen sind nirgend darin zu entdecken. die meinung JGrimmsgramm. 3, 65, dass niwfhl nur in positiven salzen ohne begleitendes nistehe, veranlasste Lachmann vor vierzig oder mehr jähren zu der an-merkung 'niwfht ist gegen den sinn, nöowiht gegen die allilleralion, dasrichtige wird sein wiht'; aber Graft 1, 732 belegt noch mehrere niwihtni. zu der reimenden formel enleo ni wenteo lässl sich nur aus spä-terer zeit vergleichen bei dem Meisner wende au ende HMS. 3, 93 b (102"die vier wende (demente) : ende an ende), van ende bei lo wende brem.wb. 1, 307. 5, 227. Kögel aao. 6 enli ist für den sinn, wie für
den vers gleich entbehrlich, und kann daher eingeflickt sein, in jedemfalle aber gibt es einen merkwürdigen beleg ab für das schwankenzwischen paralactischer und hypotactischer Satzverbindung, da es dennachsalz einleitet, wofür Kblbing zs. f. d. phil. 4, 348 alle beispielebeibringt und das mhd. wb. 3, 183 b , 15 noch ein sehr spätes hat. esmuss darnach de carm. Wessof. p, 31 heißen 'Als da nichts war . . .(und) da war . . .' 7 im Bcöv. 3182 steht nicht manna, wie Kembleund Thorpe angeben, sondern, wie mir ESievers bestätigt, mannü, alsomannum mildust in der hs. [Wülker und Zupilza lesen indes manna]. aberin der exodus 549 heißt Moses als lehrer manna mildust und golt wirdnoch im Orendel 3450 (3447) himeüscher man angeredel, ein epischerausdruck ist hier übertragen und gemeint ist der müdeste herr und fürst.Spervogel klagt MSF. 29, 6 Ich hau gedienet lange leider einem manneder in der helle umbe gilt. über mit c. occ. gramm. 4, 707, Dietrichzs. 11, 393 ff., hislor. declinal. theot. p. 29 und alemannische psalmen(sprachprJ s. 20) 129, 4 mitlih, 7 mit truhtinan, mit inan. der vers hatvier gleiche liedstäbe, wie auch Lachmann annahm (vgl. zu Hildebr. 12),und am natürlichsten betont man mit inän, wie bei Olfrid 4, 24, 15 niminan und im Ludwigsl. XI, 40 gilönön iinöz, s. über ahd. betonung undverskunsl s. 257 f. die andere mögliche betonung mit (nan hätte ihreanalogie in mit ir, mit im vor den caesuren des vierten liedes der Nibe-lungen 333, 4. 401, 3 und wäre ebenso zu beurteilen, Lachmann zuNib. 118, 2; vgl. musp. 111, 7 5.
Der gro/'se buchslab v. 9 bezeichnet genau den punkt, wo die er-zählung, die v. 8 noch mit enti cot heilac fortfährt, abbricht, und in die2ö6anrufung und ein gebet übergeht, und damit den anfang des drillenteils, derselbe, der das erste und zweite fragment zusammenstellte undinterpolierte, machte hier den versuch eigner produclion. die arl deranknüpfung lässl vermuten, dass erst die formein almahtico cot v. 6 undcot heilac v. 8 ihn auf den gedanken brachten, ein gebet hinzuzulun:u)iire die abfassung desselben von vorneherein seine absieht gewesen, sowürde er nicht den erzählenden eingang gewählt haben. das gebetist nur aus sonst bekannten und geläufigen formein und reminis-cenzen zusammengesetzt, wie die vergleichung von LVIII. LXXV111 B, 13.