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6 (1898) Rekonstruierte Karten
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VIII. Der Pinax des Dionysius Periegetes.

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Sinne sagt Avienus V. 89 — 92, dass der Persische Meerbusen dem Oaspischen sich zuwendet und derArabische dem Euxinus gegenüber liegt (Euxinumque salum videt eminus); besonders letztere Wendungist nur bei horizontaler Lage möglich. Es lassen sich eine Anzahl weiterer Stellen anführen, welche jedochfür sich allein nicht gerade als zwingend gelten könnten 1 ).

In der Ueberarbeitung der Periegesis durch Rufus Festus Avienus (c. 365) ist ausser denschongenannten Stellen besonders V. 25—27 wichtig. Nach der Beschreibung von Afrika, welches sichvon Gades bis Pelusium erstrecke, heisst es:

Europaeque dehino laevuni est latus, at procul anibasuna Asia, inclinaus gemiuis se cornibus, urgetdesuper, ac rupti divortia contiuet orbis.

Avien hat somit Libya rechts, Europa links, Asia legt sieh von oben quer über beide hin. Daist gewiss ein Zweifel über die Orientierung nicht mehr möglich. Die entsprechende Stelle bei DionysiusV. lü—11 sagt übrigens das Gleiche, wenn auch nicht in so klaren Worten:

'(/'./.' tJTOi Aißfo] i-d:v Ö.t' EvQ<antjS £%£l ovoovlo^ov im yoa/ififjoi, I'ddeioa iE aal orö/ia NeiXov

(1. li. die Grenzlinie zwischen Libyen und Europa steht schief (quer) auf den Legenden Gades und Nil-mündung; bei Priscian 17: linea quam obliquant Gades atque ostia Nili, La die Schriften auf der Kartehorizontal stehen, so muss die Grenzlinie vertikal laufen, wodurch wieder die Ostung bewiesen ist. PrisciansUebersetzung hält sich strenger an die Vorlage als Avien; an den für die Orientierung massgebendenStellen haben wir einfache Uebersetzung, und es tritt eine eigene Anschauung, beziehungsweise die Kartewenig hervor. Doch giebt der V. 27 (Per mare sie fluviosque duos discernitur orbis) die T-Karte inkürzester Beschreibung. Auch kann V. 265 — 7 als für die Ostung sprechend aufgefasst werden: Europaund Libyen gleichen einem Kegel, dessen Spitze im Westen, dessen Breitseite sub ortu ist 2 ).

') V. 20 handelt vou dein Isthmus zwischen dem Pon-tus und dem Oaspischen Meere (Isthmus quidam sursurntendit), welcher sich nach oben wendet.

V. 85: Das Sizilische Meer liegt über dem Tyrrhenischenund erstreckt sich bis zum Oretischr n Vorgebirge. Die Co-dices haben jedoch ere(r&ev, einer hat am Rande richtigkorrigiert vnee&ev, Avienus hat altum, Priscian lässt dasWort aus.

V. 138: Ueber der Propontis sind die zahlreichen asia-tischen Volker; Avien hat den Ausdruck nicht, wohl aberPriscian 132/3 (Propontidis unda, Asia quam supra).

V. 215: Gaetuli über den Marmarides, Garamantes überden Pharusii.

V. 308: Agavi und Mclanchlaeni über den Tauri.

V. 325 enthält zweimal vjihg in anderem Sinne, näm-lich über der Meeresküste.

V. 336: Tartessus unter Alybe (Calpe).

V. 423: Unter dem Istbnius liegt auf der Ostseite Attica(rroOt;, stat ünjOer, von unten her; Priscian übersetzt post).Die Zeichnung dieser Angabe ist möglich, wenn mau dem

Peloponnes südostliche Richtung giebt. Auf unserer Kartefehlt Ephyra-Koriuth, beziehungsweise ist in anderem Sinneeingetragen.

V. 431: Ueber Dodonaea liegt Aetolia (auf unsererKarte sollte deshalb Dodonae continens etwas tiefer stehen).

2 ) Auch die kurze Paraphrase durch Nikephorus Blem-mides ist ausschliesslich aus dem Text entnommen, und giebtwohl einige neue Namen, aber die kartograpische An-schaulichkeit fehlt ganz — seine Bezeichnungen hi, vticq,arm, Fit.-rgoaOev u. a. sind willkürlich, und geben den Fort-schritt der Beschreibung, aber nicht die Lage auf der Kartean. So sagt er z. B.: Ueber dem Hellespont liegt die Pro-pontis, über dieser der Bosporus, über diesem der Pontusund über diesem die Maeotis, so dass man meinen könnte,Nikephorus habe Norden oben. Aber bei der Beschreibungdes Oaspischen Meeres findet man genau das Gegenteil: vomOaspischen Meer aufsteigend nennt Nikephorus die fluni,über diesen Oaspii, über ihnen Alaui u. s. w., dann Hircaniund Mardi, Mardus fluvius, links von diesem Bactri, rechtsDercebii — wie wenn Süden oben wäre.