88 VI. Die Fragmente der römischen Reichskarte bei Ammianus Marcellinus.
beide Karten zur Benützung, und er weiss nun offenbar, dass in der Orientierung beider ein Unterschiedist, indem die einen Osten, die andern Norden oben haben. Aber er verwechselt beide: wie er oben dergenordeten Karte folgte, und sie für geostet hielt, so folgt er diesmal der geosteten (römischen), und hältdieselbe für genordet. Der Thatbestand selbst kann nicht bezweifelt werden, denn Am giebt die Grenzenvon Aegyptus in folgender Weise an: südlich die Syrten, Garamanten und andere Nationen; östlichAethiopien, das Rote Meer, und die Scenitae, nördlich das Festland, wo Asien und die syrischen Pro-vinzen beginnen, westlich das Mare Issiacum. Wenn wir diese 4 Himmelsgegenden um 90 Grad inentgegengesetzter Richtung wie oben, also rückwärts drehen, dann stimmen sie mit der römischen Welt-karte üborein (s. die Windrose auf Fig. 34).
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34. Dioecesis Aegypti nach Ammiau XXII, 15 — 16.
Ausserdem weisen viele Details auf die alte Karte hin: der obere Nillauf, verschiedene Namenführend, aus Mauretanien kommend, entspricht dem Kartenbild und der Beschreibung des .Tuba; der altenKarte gehören ferner an, die beiden grossen Inseln Meroe und Delta, ferner der Pharus 1 ); ferner Oanopus,quem Menelai gubernator sepultus ibi cognominavit, verunstaltet auf der Herefordkarte „a Meno libertoin ea sepulto"; ferner das Serapeum, der Mons Cassius.
Die Provinzverzeichnisse Ammians sind somit — das glauben wir bewiesen zu haben — einer
') „Turris excelsa, quae Pharos cognominatur, praelucendi navitras nocturna suggerens ministeria".