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6 (1898) Rekonstruierte Karten
Entstehung
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III. Die Erdbeschreibung des Isidor von Sevilla.

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7. Merigarto, Bruchstück einer altdeutschen Weltbeschreibung.

8. Guido a. 1119 giebt im 3. B. die ganze Erdbeschreibung des Isidor, s. Min III, 54, samtden Karten (im cod. Brux. fol. 44 v. - 57 r; Flor. 20 r).

9. Lambertus Audom. im Liber Floridus c. 1120, s. Mm III, 43. 53.

10. Honorius von Antun um 1120 hat seiner Imago mundi die Einteilung, Reihenfolge undden Inhalt von Is XIV, 3/6 zu Grunde gelegt, aber alles verarbeitet, die bei Isidor getrennten Flüsse,Städte, Gebirge, Völker sind von Honorius stets bei den betreffenden Ländern eingereiht. Es ist deshalbnicht zu verwundern, wenn die Imago mundi bei den nachfolgenden Kosmographen vielfach an StelleIsidors getreten ist und diesen verdrängt hat: wir nennen aus dieser grossen Reihe besonders Heinrichvon Mainz, Gervasius Tilb. (hier Imago neben Isidor), "Walter von Metz, Wilhelm de Conchis, GossuinsImage du monde, Omons Gedicht, Petrus de Alliaco, Ludovicus de Angulo, Jacobus de Vitriaco, Rudolfvon Ems.

11. Die Herzog-Ernstsage geht in ihrem 2. Teil auf Isidor zurück 1 ).

12. Gervasius Tilb. in seinen Otia Imperialia 1211 hat seiner umfangreichen Erdbeschreibungwörtliche Auszüge aus Isidor eingeflochten.

13. Vincentius Bellovacensis hat in seinem Naturspiegel (Speculum naturale) um 1250 im33. Buch den ganzen geographischen Inhalt Isidors wiedergegeben. In dem einige Jahre jüngeren Spe-culum Historiale wird dasselbe mit selteneren Zusätzen wiederholt.

14. Wilhelm von Tripolis c. 1270 hat seine Karten ganz aus Isidor abgeschrieben, sieheMm III, 120—122.

15. In der Ebstorfkar te ist Isidor sehr stark benützt, insbesondere sind fast alle Aussenlegendenaus Is abgeschrieben, s. Mm V, 76 und 7 ff. Dagegen ist auf der Herefordkarte selten direkte Benützungnachweisbar, s. Mm IV, 47. Auch auf der Ranulfkarte, s. Mm III, 100, ist meist nur indirekteBenützung anzunehmen, doch wird Isidor eitert. Die Albikarte hat alle Namen bis auf 2 mit Is gemeinsam,s. Mm III, 59.

In Betreff der Quellen der Isidorschen Kosmographie 2 ) können wir, ohne auf eine wünschenswerteEinzeluntersuchung einzugehen, feststellen, dass vor allem Orosius für die Einteilung wie den ganzenInhalt zu Grunde liegt. Derselbe ist jedoch stets verarbeitet; bald ist ausgelassen, bald erweitert worden.An 2. Stelle kommt Hieronymus, zunächst das Onomasticon (de situ et nom. loc. Hehr.), sodann dieQuaestiones Hebr,, der liber nominum (de interpretationibus nominum vet. et novi test.), de nominibusgentium; wahrscheinlich aber auch die Karten des Hieronymus, s. Mm, III, 20. Ferner ist stark benütztSolinus; die aus demselben entnommenen Stellen sind zusammengestellt von Mommsen (in seiner 1. Ausg.im Anhang S. 256—258); damit wird von Isidor eine Menge neuen Stoffes in die Kosmographie desOrosius eingeführt. Weiter sind benützt die Kommentare des Servius in Verg.; im 9. Buch für diegenealogischen Angaben über die Völker Josephus Antiqq. Sueton ist zweifellos benutzt; daherstammen vielleicht die vielen veralteten Xamen (z. B. Suevi im Nordosten von Deutschland). Dazu kommtnoch die revidierte Reichskarte des 4. Jahrhunderts, aus welcher die Provinzeiuteilung u. a. stammt.

Liegt der Erdbeschreibung Isidors eine besondere Karte zu Grunde':* Müllenhoff hat dieseFrage (Weltkarte S. 28, D. A. III, S. 256) bejaht, indem er glaubt, Isidor habe durch dieselbe Ordnungin sein Material gebracht, und Doberentz (1. c. 32 n.) hat ihm beigestimmt. In der That lässt sich dasGesamtmaterial Isidors trotz der verschiedenen Quellen, welche er benützt hat, gut 'kartographisch dar-stellen; nur einzelne wenige Stellen müssen ausgeschlossen bleiben; dies ist fast selbstverständlich von demgrösseren Teil der genealogischen Angaben über die Völker IX, c. 2, ja selbst die neueren Völker, welchedort genannt werden, passen nicht in die zum Teil sehr alte Darstellung Isidors. Dagegen stehen diegetrennten Kapitel über die Berge, Flüsse, Städte in offenbarer Beziehung und Harmonie zur Karte undbringen einzelne, aber nicht gar viele Ergänzungen.

') Siehe Haupt, Zeitschr. f. d. Alt. 7, '293.2 ) Siehe IL Dressel, de Isidori Origg. fontibus, GöttingerDiss. 1874, ex Revista di filol. Turin 1874; Ausg. von Grial

und Arevalo t. III Rom 1798 und 1801 Anmerkungen; die-selben Migne t. 82 und 83; Dobereutz in Zeitschr. f. d.Philol. 1882, S. 36. Riese Ueogr. L. m. Proleg. p. XXVII.