Druckschrift 
6 (1898) Rekonstruierte Karten
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

ML

58

II f. Die Erdbeschreibung des Isidor von Sevilla.

Die Bedeutung der Isidorschen Erdbeschreibung im Mittelalter ersehen wir aus nachstehenderAufzählung von Expilatoren:

1. Der Verfasser der Versus de rota mundi, einer fränkischen Kosmographie um 700 n. C.'),von welcher 7 Handschriften vorliegen, hat den Inhalt seiner 129 Verse zum grössten Teil, in Asien undAfrika ausschliesslich, aus Isidor, nur die Angabe der 365 Städte Afrikas ausgenommen, deren Herkunftwir nicht kennen. In Gallien und Germanien ist grosse Verwandtschaft mit Eavennas vorhanden; mitdiesem teilt er Neustria, Brittones, Aquitania (von dem Ligeris bis zur Doronia und Garumna reichend),Wascones (mit Gabirus-Gave und Adurus), Septimania bis an die Alpen reichend, Burgundiones an derRhone, Franci modo christiani, Saxones, Scridifinni et Fri-

siones, ferner Sclavi, Chuni et Winides. Alles andere istaus Isidor.

2. Aethicus Ister, c. 730, folgt von c. 69 an ganzIsidor, aus welchem auch schon c. 67 und c. 45 (über denSchiffsbau) stammt.

3. Beatus c. 776 hat einige Legenden für seineKarte aus Isidor entnommen, s. Mm I, 63—65.

4. Paulus Diac. c. 790 ist im 1. B. seiner Hist.

oiTi.

SEP.

W MER.

Iccefxc ciiüiferurerrlfilu noepo|> diluuuun

oce

26. Sog. Noachidenkarte im Isidor-Cod. 236 der Stiftsbibliothekin St. Gallen, 10. Jahrhundert.

27. Die älteste bekannte Weltkarte.

l'alimpsest im Isidor-Cod. 237 der St. Galler Stifts-

bibliotbek p. 1, Ende des 7. Jahrhunderts.

Long, stark von Isidor beeinflusst.

5. Rhabanus Maurus hat um 844 in seinem dem Isidor nachgebildeten, alle Wissenschaftenumfassenden Werke De Universo (22 Bücher) für die geographischen Abschnitte im 11.—13. und im 16.Buch hauptsächlich Isidor benützt, indem er je zuerst die Angabe Isidors ganz und wörtlich wiedergiebt,und dann den sensus spiritualis anknüpft. Auf solche AVeise werden fast alle Kapitel kosmographischenInhalts von Isidor vollständig wiedergegeben 2 ).

6. Anonymus de situ orhis, c. 870, ed. Manitius.

') Pertz, Abb. der Berliner Ak. pbil. bist. Kl. 1845,p. 253. Wattenbach. Geschichtsquellen, 4. A. I, 94.

2 ) Neu ist die Erklärung der „quatuor anguli terrae",indem er in den Kreis ein Quadrat ,.nacb Euklids An-weisung" einbesebreibt, nud an die 4 Ecken Orions, Oeci-dens, Aquilo und Austrug anschreibt; ferner die Beziehung-

der 3 Erdteile auf die Trinität; ferner der aus der Federdes Abts von Fulda gewiss merkwürdige Beisatz zu Raetia:Kaetia terra bieine atque aestate vernat, solibi mitis , grata teinperi es , purus aer et blandus.Er meint wohl damit Südtyrol.