72Nun liegt uns die von der Pfenningsmeisterei=Kasse bezahlte,von den Ständen aber angefochtene und abgesetzte Rechnung desStückgießers Swiß vor über 400 Rthlr. „für Gießung hiesigerStatuen“. Nach damaliger Schreibweise kann dieser Ausdruckfüglich als genitivus singularis angesehen werden, und durch denZusatz „hiesiger“ sehe ich die Rechnung geradezu als bezüglich anauf dieses Kunstwerk und kein Anderes. Die Rechnung ist ausdem Jahre 1705, und hat vielleicht dem Verfasser der obencitirten Inschrift als Anhaltspunkt für die Annahme dieses Jahresals desjenigen der Errichtung, gedient. Es bliebe dann allerdingswieder aufzuklären, warum das Standbild — das Jahr 1711als Enthüllungsjahr angenommen — so lange in dem Atelierdes Künstlers geblieben sei, diese Aufklärung ließe sich etwa indem Umstande finden, daß das Piedestal noch nicht fertig war,und sich bei dem Tode des Kurfürsten noch unvollendet als Modellin dem Atelier des Ritters Grupello vorfand und inventarisirtwurde.Dieses Inventarium, dessen Aufnahme auf Befehl KarlPhilipps am 13. Juli 1716, also kaum fünf Wochen nach demTode Johann Wilhelms, begann, umfaßt ein genaues Verzeichnißaller in dem Hause Grupello's und in dessen Atelier, dem Gieß-hause, noch vorhandenen Kunstwerke, Modelle, Metall= undMarmor⸗Vorräthe ꝛc. Es ſind darin diejenigen Gegenſtände, welchedem Künstler eigenthümlich zugehören, speziell als solche ver-merkt. In dem mir vorgelegenen Exemplar, welches ganz denEindruck einer an Ort und Stelle aufgenommenen Verhandlungmachte, findet sich u. A. „Oben in dem laboratorio. — DaßModel von der Statua ecquestre, wovon das Original auf'm— „Die vier großeMark stehet“. — „Unten in der gallerienLöwen in Model vor die Statua ecquestre auf dem Mark,welche Ihro Churfürſtl. Dchl. ſehligſten Andenkensäußerst befohlen haben noch gegossen zu werden, sambtder inscription umb den pedestall, welche vier Löwenunterdrücken die vier Hauptlaster: Hoffarth, Geitz, Neidt undFraeß“. Endlich findet sich noch verzeichnet „die Statuaecquestre auf dem Mark von methal“.Wir ersehen nun daraus, wie Johann Wilhelm „äußerst“d. h. zuletzt, befohlen hat, daß diese Löwen und das Postament
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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