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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
Seite
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73noch gegossen werden sollen! Der Kurfürst befiehltden Guß, von ihm also geht die Anfertigung des Piedestals mitder Inschrift aus. Dies berechtigt doch gewiß zu der Ansicht,daß von ihm auch das Standbild selbst ausgegangen sei, da eswohl kaum anzunehmen ist, daß zu einem Denkmal, welches dieBürgerschaft gesetzt hätte, der Fürst, dem zu Ehren es gesetztwurde, das Piedestal habe anfertigen lassen. Ob unter der ange-führten, ebenfalls inventarisirtenStatua ecquestre auf dem Markvon methal das wirkliche Standbild selbst oder eine Copie, viel-leicht in kleinerem Maßstabe, zu verstehen sei, ist leider aus demInventar nicht zu ersehen. Ich vermuthe das Erstere, da dergegebene Befehl zu dessen Zerlegung zum Transport, von welchemoben die Rede war, den Schluß rechtfertigt, daß auch dieses Denk-mal in das Inventarium mit aufgenommen worden sei.Schließlich kann man durch ein spezielles Studium des Cha-rakters Johann Wilhelms und durch viele seiner Handlungen,wohl zu der Ansicht gelangen, daß er sich das Denkmal selbst ge-setzt habe. In dem kurzen Abriß des Jugendlebens des Fürstenim historischen Theile dieser Schrift habe ich bereits darauf hingewiesen, wie durch die Schmeicheleien, mit denen er überschüttetwurde, das Gefühl von der Erhabenheit und Würde seiner Personund seiner Stellung, ihn zur Eitelkeit und Selbsteingenommenheitführen mußte. Sein Ideal war Ludwig XIV., und diesem nach-zustreben war sein eifrigstes Bemühen. Auch diesem Könige warenzu seinen Lebzeiten in Paris bereits zwei Denkmale gesetzt,*)welche der Stadt zum großen Schmuck gereichten. Da nun dieAusschmückung seiner Residenz Düsseldorf mit zu den Aufgabengehörte, welche Johann Wilhelm sich gestellt hatte, und Düsseldorfnoch kein öffentliches Monument besaß, so ließen sich in der Er-richtung der Statue die beiden Momente mit einander verbinden:*) Das Eine Patri Exercituum . . Viro Immortali 1686durch den Marschall Duc de la Feuillade auf der Place des Victoires;das Andere Ludowico Magno 1689 durch die Stadt Paris, zurErinnerung an das wichtige Ereigniß, daß der König 1687 das Hôtel deVille besucht, und daselbst ein Diner angenommen hatte, wobei der Magistratihn selbst bediente. Ersteres wurde in der Revolution zerstört und später durchein Reiterstandbild ersetzt.