70zahl 1711, welche unverkennbar zu dem Standbilde in irgendeiner Beziehung stehen, konnten mich in dieser Auffassung nurbestärken. Oder sollte etwa die grata civitas auch diese Schau-münzen haben schlagen lassen? Der Kritiker hat nun zwar be-hauptet, „daß nach den Akten über das Denkmal die Errichtungzu dieser Zeit festgestellt sei.“ Wo diese Akten sich befinden, hater leider nicht gesagt; wahrscheinlich kennt auch nur er alleindieselben, wie so manche andere Belege, von denen sonst NiemandEtwas weiß.Wollte man sich auf weitere Hypothesen und Suppositioneneinlassen, so würden vielleicht noch ganz andere Resultate auf-tauchen. Das Reiterstandbild ist jedenfalls modellirt vor1708, wo Johann Wilhelm die Bayerische Kur und die Erz-Truchseßwürde noch nicht besaß, sonst hätte der Künstlergewiß nicht verfehlt irgendwo den Reichsapfel, das charakte-ristische Emblem des Archidapifer, anzubringen. Der Mar-schallsstab, den der Kurfürst auf dem Standbilde in derRechten führt, deutet auf eine Symbolisirung irgend einerkriegerischen Thätigkeit. Die einzige kriegerische Actionaber, welcher Johann Wilhelm — meines Wissens — persönlichbeigewohnt hat und deren Ausführung, nach den darüber vor-handenen Nachrichten, direkt von ihm ausging, war der Ueberfallder Franzosen bei Grimlinghausen, und die unter den Augen desfeindlichen Feldherrn, Marschall Grammont, ausgeführte Zer-störung und Fortnahme des Brückenmaterials und der Magazine,welche die Franzosen dort zum Behuf eines Rheinübergangesaufgestapelt hatten. Die Chronisten legen diesem Ereignisse mitRecht eine große Wichtigkeit bei, und erzählen, in allerdingsetwas übertriebenen Phrasen, von dem Ruhme des Fürsten, derdurch diese That das Deutsche Reich gerettet habe. Die AnnalesBrosii schließen diese apologetischen Notizen mit den Worten:„dum terrorem hostis sacra Divo Stephano dies sustulit cumimmortali Joannis Wilhelmi gloria.“ Der Ueberfall hatteam St. Stephanstage, den 26. Dezember 1701 stattgefunden;es liegt nahe, daß dann die Enthüllung des Denkmals auch amJahrestage des Sieges geschah; im Dezember 1711 kam derKurfürst aus Frankfurt zurück; wir hätten demnach uns nur nochaufzuklären, warum die Aufstellung und Enthüllung erst nach zehn
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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70
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