Druckschrift 
Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
Seite
67
Einzelbild herunterladen
 

67Würde man es wohl versucht haben, dieses angebliche Bürger-denkmal anzutasten, wenn dessen Ursprung so unbestritten fest-stand? Nun erwähnt der Kritiker selbst in einer Note, daß diebeschlossene Maßregel nur rückgängig geworden sein solle, in Folgeeiner kniefällig vorgebrachten Bitte des an der Spitze einerBürgerdeputation stehenden Frhr. von Demantstein bei dem vondem neuen Landesherrn damit beauftragten Marquis d'Ittre;also in Folge einer kniefälligen Bitte, keinesweges abereines Rechtsanspruches, den die Bürgerschaft an das Denkmalmachte!Daß neuere Historiker, wie z. B. Häusser, sich auf die Tra-dition stützten und in ihren Angaben derselben folgten, da sie imLaufe der Zeit auch in den Spezialschriften sich eingebürgert hatte,liegt lediglich darin, daß es für sie nur von geringerem Interessesein konnte, dem Ursprunge des Reiterstandbildes genauer auf denGrund zu gehen. Als einen Beweis für die Errichtung desselbendurch die grata civitas kann ich es nicht anerkennen. Dieses wirdnur allein documentirt durch die bekannte Inschrift, welche wirheute auf der dem Rathhause zugewendeten Fläche des Postamentslesen, während die andere Inschrift auf der entgegengesetzten Seitesteht.Der Kritiker stellt nun die Behauptung auf, daß an demPostament des Denkmals früher eine Inschrift vorhanden ge-wesen sei, und will dies durch das Zeugniß des Dr. Neunzigbeweisen der 181½ mit Heinrich Heine die auf dem grauenbeschädigten Marmorpostamente befindliche Lapidarinschrift gesehenund versucht haben soll, die lateinisch, abbrevirte Inschrift zucombiniren. Obgleich der Genannte wie ich höre noch inhohem Alter lebt, und es nicht schwer halten dürfte, diese Aus-sage näher zu constatiren, so will ich doch nicht weiter daraufeingehen, da sie die Einzige ist, welche außer dem Kritiker vondem Vorhandensein einer Inschrift auf dem alten Postamenteetwas weiß. Soviel ich herumgefragt bei älteren Bürgern, welchenoch das alte Postament gesehen haben, so viel ich auch in Reise-beschreibungen und sonstigen Notizen über Düsseldorf aus demvorigen und dem Anfange des jetzigen Jahrhunderts herumge-blättert habe, nirgendwo fand ich Auskunft über die Inschrift.Eine getreue Zeichnung des Denkmals, nach der Uniform der