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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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66ehernes Reiterstandbild mitten auf dem Markte gesetzt sehenwollten, odergewollt haben, daß es dort aufgestellt werde,keinesweges finde ich jedoch darin den Beweis, daß sie es wirklichgethan habenDieser Ansicht steht nun die von mir ausgesprochene Auf-fassung entgegen, daß die Bürgerschaft dem Fürsten dasDenkmal nicht gesetzt habe, welche ich nun zu vertheidigensuchen muß.Sehr auffallend war es mir zunächst, daß die Annales Brosiivon dem Denkmal nicht das Geringste enthalten, weder im Text,noch in den Dedicationsschreiben für die drei Theile, welche derHerausgeber Mappius je an den Kurfürsten Karl Philipp, an denKurfürsten von Mainz und Deutschmeister Franz Ludwig und anden Erbprinzen Johann Christian von Sulzbach gerichtet hat.Würde aber dieser Annalist, der doch Alles hervorgesucht hat, waszur Verherrlichung Johann Wilhelms dienen kann, ein so wichtigesEreigniß mit gänzlichem Stillschweigen übergehen? Es ist dieskaum denkbar! Verhielte sich die Sache wirklich so, wie die Tra-dition sie uns überliefert hat, so würde der Annalist, der derSache nahe stand, oder der Herausgeber gewiß nicht unterlassenhaben, dieses öffentliche Zeichen des Volksdankes und derVolksliebe zu benutzen, um es als eines der schönsten Blätterin den Lorbeerkranz zu flechten, den er dem Fürsten, seinem Herrn,auf das Haupt gesetzt hat.Als nach dem Tode Johann Wilhelms sein Nachfolger KarlPhilipp den Befehl gegeben hatte, alle Kunstschätze seines luxuriösenBruders von Düsseldorf nach Mannheim zu bringen, sollen schondie Vorbereitungen getroffen gewesen sein, das Standbild aufdem Markte in Stücke zu zersägen zum Transport. So notirtder Apell.=Ger.=R. Lenzen in seinen Collectaneen zu einer Düssel-dorfer Chronik, welche im hiesigen Staatsarchiv liegen.*) Leider ist das Schreiben ohne Datum; auch fehlte in dem von mireingesehenen Bande das Titelblatt mit Angabe des Druckortes und der Jahres-zahl. Der vorhergehende Tom. XXXV hat beide: Venetiae MDCCLII.**) Eher könnte ich in den Annales Brosü einen Anhalt für meineAnsicht finden, durch die schon oben angezogene Stelle daß Johann WilhelmAlles was seine Länderornamenti habent selbstinchoavit, vel reparavit,vel perfecit, wenn ich das Reiterstandbild den ornamentis beizählen wollte.