63vermuthlich ehe er ihn näher kannte*) — nennt er ihn „einenfanatischen pfälzischen Geschichts= und Staatsrechts=Lehrer.“ Danncorrigirt er sich zwar, und Häusser wird für ihn „ein gewaltigerGelehrter, der einen werthvollen urkundlichen Beitragliefert.“ Um sich jedoch kein Dementi zu geben, — denn derHerr Kritiker ist nach seiner eigenen Aussage im 1. Stück seinerkritischen Excursionen, noch niemals dementirt worden — fügt erhinzu: „aber er, gleich wie seine Genossen und Gewährsmänner,incarminirte Feinde der Neuburger Fürsten, flößt uns keine Achtungein“. Dann aber folgen die schwersten Beschuldigungen: „er hatleider systematisch Vieles verdreht, bald tendentiös geschwärzt,sogar stellenweise gefälscht“!, was der Kritiker nachzu-weisen behauptet in Häussers Lesung und Deutung der Urkunden.Selbstverständlich fehlt es dabei nicht an Seitenhieben für mich,denn der Kritiker hat diese Vergehen Häussers „schon gelegentlichzu rügen gehabt an einem seiner Nachbeter, bei seiner Docirungüber die Ryswicker Friedens=Akte, und ihn vom Richtstuhle gezogen“.Zur richtigen Beurtheilung dieses Friedens, soweit es diebewußte Klausel und deren Folgen betrifft, bedarf es durchausnicht des Studiums des ganzen colossalen Materials über diesenFrieden, welches in vielen Foliobänden niedergelegt ist und ganzeReihen der Bücherrepositorien in den Bibliotheken ausfüllt. DieSache selbst liegt so einfach wie ich es oben ausgeführt habe, undes ist an sich ganz irrelevant, ob die Bevollmächtigten Ludwigs XIV.durch den Machtspruch: le Roi le veut! die Bevollmächtigten deranderen Comparenten zu der Annahme der Klausel gezwungenhaben. Sämmtliche unpartheiische Historiker, sowohl ältereals neuere, haben die Perfidie der Klausel anerkannt, und nochauf dem Friedenscongreß zu Rastadt und Baden, 1714, machtendie evangelischen Reichsstände den vergeblichen Versuch zur Auf-hebung derselben. Wenn nun aber der Kritiker den Friedensschlußzu Ryswick „einen glücklichen“ nennt, so muß ich es ihm über-lassen, sich darüber mit der Geschichte von Deutschland abzufinden,da in diesem Frieden die freie deutsche Reichsstadt Straßburg und*) Daß Häusser's Geschichte der Rheinischen Pfalz bis dahin wenigstensdem Kritiker eine terra incognita war, weiß ich ganz gewiß.
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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