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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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62ad 3.Am meisten gravirend sind für mich die Verdächtigungen, welcheder Kritiker in Bezug auf den Gegenstand des dritten Anklage-punktes zwar nicht direkt ausspricht, aber doch deutllich zwischenden Zeilen lesen läßt. Nach meinem Gefühle giebt es nämlichnichts Verwerflicheres, als die Verletzung des religiösen Bewußt-seins Andersglaubender, und unter allen Streitigkeiten sind mirdie confessionellen die verhaßtesten, zumal wenn sie sich auf eineUeberhebung des einen Bekenntnisses gegen das Andere, gleich-berechtigte, gründen. Wohl war ich mir bewußt, daß ich hiereine gefährliche Klippe zu umschiffen hatte, und deutete in derEinleitung meines Vortrages deshalb schon darauf hin, daß manbei der Benutzung der gedruckten gleichzeitigen Quellen sehr vor-sichtig sein und wohl unterscheiden müsse, ob sie aus katholischeroder protestantischer Feder geflossen seien. Ich versprach vollstän-dige Objectivität, und glaube meinem Vorsatze entsprochen zuhaben, indem ich mich lediglich an die Thatsachen hielt und nursolche Fakta anführte, wofür ich die urkundlichen Beweise beizu-bringen im Stande war.In der vorstehenden AbtheilungI. zur Geschichte, habe ichnun ebenfalls den Inhalt meines Manuscripts recapitulirt.Bei dem Vortrage in der Tonhalle unterdrückte ich jedochmehrere Stellen, welche ich für zu stark, und deshalb nicht fürgeeignet hielt, sie vor einem möglicher Weise confessionell gemischtenPublikum anzuführen. Durch die Provokationen des Kritikersgleichsam herausgefordert, habe ich dieselben jedoch hier nicht fort-lassen dürfen. Im hiesigen Archiv fand ich nur Bruchstücke derCorrespondenz Johann Wilhelms, welche für dessen confessio-nelle Ansichten von keinem Werth waren; ich mußte deshalb meineZuflucht zu L. Häussers,Geschichte der Rheinischen Pfalz nehmen,worin sich Auszüge aus der Correspondenz des Kurfürsten finden,welche der Verfasser in den betreffenden Archiven gemacht hat.Dieser bekannte Historiker ist also mein Gewährsmann, und wersich in neuerer Zeit nur einigermaßen mit Geschichtsstudien be-schäftigt hat, wird gewiß Professor Ludwig Häusser als einenglaubwürdigen Zeugen anerkenennen.Aber was ist Ludwig Häusser meinem Kritiker? Zunächst