60was ich als das Resultat meiner Untersuchungen für richtig undwahr anerkannte. Schon das Aussprechen der Hoffnung, „daß dieStadt wieder in den Besitz des 1805 unrechtmäßiger Weiseuns entführten Schatzes kommen möge“, hätte mich sicher stellenmüssen gegen die Anschuldigungen des Kritikers, welche denselbenja sogar zu dem Ausspruche veranlassen, „ich hätte meinen kunst-historischen Johann Wilhelm allenfalls an einer gläubigeren Stelle,vor einem bayerischen Publicum vorzutragen gehabt“. Sollte derKritiker wirklich die von mir ausgesprochene Hoffnung, so wie diedaran geknüpfte Aufforderung: „nicht nachzulassen in der Auf-suchung neuer Thatsachen als Beweismittel“, überhört, odervielleicht — wegen Nichtanwesenheit — gar nicht gehörthaben?Wenn mich aber der strenge und gewissenhafte Kritiker fernermahnt, „ich hätte als Stadtverordneter die Lage des öffentlichenInteresses nicht zu unterschätzen, sondern im Gegentheil, die unbe-dingte Pflicht gehabt für uns einzutreten oder abzutreten“;wenn er sogar an einer anderen Stelle ein warnendes und viel-sagendes „Videant Consules!“ hinzufügt, — so will ich diesemich verdächtigenden Ausfälle auf sich beruhen lassen; rebus sicstantibus zerfallen sie in sich selbst. Die Entgegnung, welche sieverdienen, möchte meinerseits vielleicht zu scharf werden, und demvom Kritiker angeführten Ausspruche Boileau's: „Qui ne saitse borner, ne sut jamais éorire“, den ich vollkommen adoptire,will ich in geeigneterer Weise nachkommen, als der Citator esgethan.Als Beweis, daß die Galerie ein Landesinstitut gewesen sei,beruft sich der Kritiker in seiner Studie II. „zur Rechts= undKunstgeschichte der Stiftung der Düsseldorfer Bildergalerie“ aufeine Stiftungsurkunde, von welcher bisher Niemand auchnur eine Ahnung gehabt hat. Aber auch Blainville ist als Zeugevorgeladen, und seine Beschreibung der beiden Kunst= und Raritäten-Kabinette des Kurfürsten, getrennt von der Galerie, wird sogarals ein wichtiges Zeugniß qualificirt, — Blainville!, den derKritiker doch selbst als einen „geheimen Emissair des rivalen Ver-sailler Hofes, als einen intriguanten Schönfärber und Anekdoten-jäger, einen glaubenslosen, giftigen, undankbaren Erzähler“, ja ananderer Stelle als „species herostrata“ bezeichnete, wenn er mir
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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