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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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59von der Jugendneigung des Erbprinzen und dessen Kunstgesprächenmit der Jahre zählenden Prinzessin von Toscana, durch dieFabel von den gemeinschaftlichen Intriguen der Herzogin vonOrleans und Molière's gegen die damals kaum geborene Pom-padour, durch die phantastische Schilderung von der Stiftungder Bildergalerie als Landesinstitut und durch noch viele andereAngaben, welche bereits in dem historischen Kapitel dieser Arbeitihre Würdigung gefunden haben.Wer demnach einhistorisches Zerrbild geschaffen habe,der Herr Kritiker und pragmatisch historische Federzeichner oderich? Wer von uns der historischen Wahrheit in's Gesicht ge-schlagen habe? will ich gerne der Beurtheilung wirklicherKenner unserer Landesgeschichte anheimgeben, von denen Vielemir allerdings ihr Erstaunen und ihre tiefe Indignation undVerstimmung ausgesprochen haben, aber keineswegs über meinenVortrag, sondern vielmehr über die kritischen Elaborate H's inden Spalten des Düsseldorfer Anzeigers.ad 2.Als ich von dem Comite für die wissenschaftlichen Vorlesungenzum Besten der Verwundeten im hiesigen evangelischen Kranken-hause um einen Vortrag angegangen wurde, bin ich dieser Auf-forderung bereitwillig und gerne nachgekommen. Zum Themawählte ichdie Geschichte Johann Wilhelms und seiner Zeit,weil die Person dieses Fürsten mehr als jede andere mit derGeschichte unserer Stadt verwachsen ist und weil ich mit besonderemInteresse diese Periode unserer Landesgeschichte, namentlich die fürdie culturhistorische und confessionelle Entwickelung so wichtige Zeitder Herrschaft der Fürsten aus dem Pfalz=Neuburgischen Hause,zum Gegenstand eines speciellen Studiums gemacht hatte. Aneine Wirksamkeit für oder gar, wie der Kritiker mir vorwirftgegen die Bestrebungen zur Wiedererlangung unseres ent-führten Bilderschatzes habe ich dabei wahrlich nicht gedacht.Was ich über das Entstehen der Bildergalerie und derenallmäliges Anwachsen unter der Regierung Johann Wilhelmsgesagt habe, ist oben wortgetreu wiedergegeben. Es ist dasjenige,