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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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57anwesenheit des Kritikers keinen Glauben beimessen, denn dadurchhätte ich meinem Gegner einen kritischen Spiritualismus zuge-standen, wie er wohl noch nie dagewesen ist. Auch heute will ichnoch Zweifel setzen in die mir gewordenen Mittheilungen, da ichmir nicht denken kann, daß einFriedensrichter wenn aucha. D. so ganz die richterliche Maxime vergessen haben sollte,den Angeklagten niemals ungehört zu verurtheilen. Zudemführt der Kritiker ja auch an, daß er die von ihm reproducirte,von mir angefochtene Stelleex äuditu undaus dem Referatein der Düsseldorfer Zeitung entnommen habe. Soviel ich michmeines in der Jugend erlernten Lateins noch erinnere, kann aberex auditu auchvom Hörensagen übersetzt werden und fürdas Referat in der Düsseldorfer Zeitung, welches der Kritikereinofficielles zu nennen beliebt, kann ich doch nicht verantwortlichgemacht werden, da es selbstredend nicht von mir ausgegangenist; ich habe dem für die Vorträge gebildeten Comite nur dieüblichen cursorischen Notizen zugestellt.Unter der Annahme, der Kritiker habe meinen Vortrag wirklichgehört, schreite ich nun zur möglichst sachlichenKlagebeant-wortung.ad 1.Wie ich schon in der ersten Erwiderung auf die Kritik desso scharf rügenden H. anführte, hatte ich mir die Aufgabe ge-stellt, denhistorischen Johann Wilhelm zu schildern, nichtdenjenigen Fürsten, den uns seine Lobredner und Schmeichlervorgeführt haben. Vorzugsweise benutzte ich hierzu Aktenstückedes hiesigen Staatsarchivs, und ging nur dann auf älteregedruckte Quellen zurück, wenn die vorhandenen Akten keinegenügende Ausbeute lieferten, oder wenn es des Zusammen-hanges wegen nöthig war, eine allgemeine Ansicht zu gewinnen.Zu diesen älteren Quellen gehörten selbstverständlich auch BrosiiAnnales etc., welche für die Uebersicht des Ganzen fast unent-behrlich sind. Der Kritiker hält nun zunächst deren Autor fürdenbewährtesten Chronisten und Spezialhistoriker, was vonmir angefochten wurde. Dann aber bezeichnet er ihn ferner alseinenehrenhaften Apologeten, einen Mann von Ehre und