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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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51Compagnieen und bildeten Spalier, durch welches der Herzog mitseiner Familie und dem ganzen Hofstaat unter Fackelbegleitungund Illumination zur Andreaskirche zog, dort empfangen von derganzen Geistlichkeit, um Gott zu danken für die glückliche Heim-kehr des Erbprinzen.Nach einer Abwesenheit von zwei Jahren und drei Monatenwar nun Johann Wilhelm nach Düsseldorf zurückgekehrt, umgleichsam zu zehren von den Eindrücken seiner Reise. Erinnernwir uns der Erlebnisse des jungen Prinzen auf dieser Reise, undder Bevorzugungen und Auszeichnungen, deren er nicht nur an denHöfen zu Paris, London und Wien, sondern auch an den kleinerenHöfen Italiens und besonders von Seiten des Papstes theilhaftigwurde, so dürfen wir uns wohl darüber klar sein, daß dadurch dasSelbstgefühl und die Eingenommenheit von seiner Person undseiner Standeswürde in hohem Grade hervorgerufen und lebendigerhalten werden mußte. Rechnen wir dazu die übertriebenstenSchmeicheleien und Lobsprüche, mit welchen der kaum achtzehn-jährige Fürstliche Jüngling in den Jesuiten=Collegien überschüttetwurde, so mußten diese das Selbstgefühl noch steigern und zurEitelkeit und Selbstüberschätzung anwachsen lassen. In dieserReise glaube ich deshalb die Hauptursache zu denjenigen Erschei-nungen und Handlungen suchen zu dürfen, durch welche die spätereRegierung Johann Wilhelms sich charakterisirt.Schon im April 1677 verlieh der Vater ihm das bisher vomGrafen von Schellaert innegehabte Infanterie=Regiment, welcheszur Zeit noch gegen Subsidien im Dienste der Vereinigten Nieder-lande zu Brügge in Flandern stand, aber jetzt unter Führungdes Oberstlieutenant von Burgsdorf auf 1000 Mann completirtund nach Düsseldorf herangezogen wurde, unter der Bezeichnung„Leibregiment des Erbprinzen“. Als Regiments=Chef sah sichnun der junge Prinz auch in die militärische Carrière einge-führt, was auch gewiß seiner Eitelkeit sehr geschmeichelt haben muß.Im Jahre 1678 finden wir ihn in Begleitung seines Vatersabermals auf der Reise nach Wien; es galt einem freudigenEreignisse für das Kaiserhaus sowohl als für die NeuburgischeFamilie, denn es war dem Kaiser am 26. Juli 1678 ein Sohngeboren worden, und dadurch die Succession des HabsburgischenMannsstammes, welche nur noch auf zwei Augen stand, voraus-