52sichtlich gesichert; — es war der nachherige Kaiser Joseph I.,die Großmutter, Elisabeth, Amalie von Neuburg, sollte ihn überdie Taufe halten.Bei den glänzenden Tauffestlichkeiten wurde die NeuburgischeFürstenfamilie mit Kaiserlichen Gnadenbezeugungen reichlich bedacht,und der kluge Herzog Philipp Wilhelm wußte diese günstigeStimmung des Kaisers so gut zu benutzen, daß Leopold I. derVerlobung seiner Stiefschwester Maria Anna mit dem ErbprinzenJohann Wilhelm seine Zustimmung ertheilte. Schon am 25.October 1678 segnete der Bischof Graf Colonitsch in Neustadtdie Ehe der Verlobten ein, und als doppelt verschwägert mit demKaiser zog der Prinz mit seiner jungen Gemahlin nach Neuburg,wo das junge Paar bis zum Sommer des nächsten Jahres ver-weilte. Erst im August 1679 kehrte Johann Wilhelm nachDüsseldorf zurück, aber jetzt unter ganz anderen Verhältnissen,denn mittelst Patent d. d. Neuburg den 1. August 1679 hatteihm der Vater die Regierung der Herzogthümer Jülich und Bergselbstständig übergeben.Im Alter von 21 Jahren sah sich somit Johann Wilhelmals selbstständiger Regent eines Gebietes, welches in Deutschlandmit zu den bedeutendsten gehörte und durch seine Lage noch anWichtigkeit gewann. Jetzt war ihm die Gelegenheit gegeben, das-jenige, was er auf seiner großen Reise gesehen und erfahren, alsRegent praktisch zu bethätigen. Als seine Vorbilder betrachteteer Ludwig XIV. und Karl II., und seine Regierung hat esbewiesen, daß er den Originalen in Bezug auf äußere Prachtliebe,Verschwendung und Autokratie würdig nachzustreben suchte. Alsein kleiner Ludwig XIV. regierte er an seinem Hofe zu Düssel-dorf, und seine Prachtliebe steigerte sich noch mehr als er 1690Kurfürst von der Pfalz wurde, und durch die Heirath mit derMediceerin nun auch dahin geführt wurde, seinen Hof zu einerblühenden Kunststätte zu stempeln. Aus seiner Haupt= und Resi-denzstadt Düsseldorf aber wollte er ein „klein Paris“ machen,damit auch ihm einst wie Ludwig XIV. eine Münze geschlagenwerden könne mit der Devise „ornata et ampliate urbe“. Wohindieses Bestreben geführt hat, lehrt uns ein näheres Eingehen aufdie Finanzzustände der Herzogthümer, welche noch fast bis zueinem Jahrhundert nach seinem Tode an den Schulden zu tilgen
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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