49er selbst seine Gegenbesuche und wurde zum Handkuß zugelassen.Am Hofe fand er zwar die Allmacht der steifen spanischen Etikettein vollster Geltung, getragen von der Idee der Erhabenheit desKaiserthums des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation,dem Alles in Deutschland unterthan sein müsse, aber er fandauch die freundlichste und zuvorkommendste Aufnahme. Vonsämmtlichen Magnaten wurde er mit besonderer Ehrerbietungbegrüßt und von den Gesandten der auswärtigen Mächte einervorzugsweisen Auszeichnung gewürdigt. So verbrachte er dieTage in Wien in stetem Wechsel von Hof= und Privatfesten, bisendlich im October die Verlobung des Kaisers mit der Neubur-gischen Prinzessin officiell declarirt und der 14. Dezember alsTag der Vermählung festgesetzt wurde, welche in Passau gefeiertwerden sollte.Als künftiger Schwager des Kaisers genoß Johann Wilhelmnun womöglich noch größere Auszeichnung als vorher, und indem näheren vertrauteren Umgange, der ihm dadurch in derkaiserlichen Familie vergönnt war, lernte er auch die ErzherzoginMaria Anna, die Stiefschwester des Kaisers, näher kennen. Esmögen sich hier schon die Fäden angeknüpft haben, welche zu derspäteren Vermählung mit derselben führten, da namentlich auchder Kaiserin=Mutter, Eleonore, die Wittwe Ferdinand's III.,unseren Prinzen sehr bevorzugte.Länger als vier Monate hatte Johann Wilhelm in Wienzugebracht und eilte nun nach Neuburg zurück, in die Arme seinerdort weilenden Eltern und Geschwister. Mit 20 sechsspännigenWagen, unter dem Vorritt von 12 Trompetern und Heerpaukernunter dem Geläute aller Glocken und dem Donner der Kanonenzog er am 20. November 1676 dort ein, eingeholt von seinenBrüdern, feierlichst empfangen von seinem Vater und dem ganzenHofe, von einer zahlreichen Volksmenge freudigst bewillkommnet.Doch nur kurze Zeit dauerte der Aufenthalt im Kreise der Fa-milie, denn schon am 2. Dezember reisten Philipp Wilhelm mitseiner ältesten Tochter, der Kaiserbraut, mit seiner Gemalin undden beiden ältesten Söhnen nach Passau, wo am 14. Dezemberdie Vermählung des Kaisers unter großen Festlichkeiten vollzogenwurde. Dann kehrte der Hof nach Neuburg zurück und trat am14. Februar 1677 die Heimreise nach den Rheinischen Ländern an.
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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