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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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48reichen Kunstschätze und aller sonstigen Merkwürdigkeiten undSchönheiten von Florenz und dessen Umgebung, nahm seine Zeitauf eine angenehme Weise in Anspruch. Er verließ den Hof am30. April, entzückt von Allem, was er gesehen, worunter beson-ders noch zuletzt das Zeughaus mit seinen reichen und kostbarenWaffensammlungen ihn interessirt hatte.Ueber Pianora, Bologna, Ferrara, Mantua, Brescia, De-senzano, Peschiera gingen die Reisenden fast ohne Aufenthaltnach Verona, und von dort über Vicenza und Padua nachVenedig. Am 12. Mai erblickte der Prinz zuerst die Königinder Adria und fand eine herrlich geschmückte Gondel seinerharrend, um ihn in die Stadt einzuführen. Der zehntägigeAufenthalt daselbst wurde zur Besichtigung aller Merkwürdig-keiten benutzt. Der Doge, der Senat, die Nobili, die Geistlich-keit und die Academie wetteiferten in Aufmerksamkeit gegen denfürstlichen Gast. Am Himmelfahrtstage wohnte er der größtenFestlichkeit Venedigs — der symbolischen Vermählung der Re-publik mit der Adria — bei; die Academie aber feierte denPrinzen in den schmeichelhaftesten, überschwenglichsten und künst-lichst gedrechselten Sonetten. Zum Abschied schenkte ihm derDoge eine Menge kostbarer Pokale aus den berühmten Venetia-nischen Glasfabriken, welche wohlverpackt mit einem holländi-schen Schiffe nach der Heimath gesendet wurden.Von Venedig ging Johann Wilhelm über Klagenfurt(28. Mai) und Traiskirchen (4. Juni) nach Wien. Schonunterwegs, in Leoben, erreichte ihn der Resident seines Vatersin Wien, Hofrath Schellerer, und theilte ihm die frohe Nachrichtmit, daß der Kaiser Leopold I., auf eine dritte Vermählung be-dacht, sein Auge auf des Prinzen älteste Schwester EleonoreMaria Magdalena geworfen habe, was aber noch ein Geheim-niß sei. In Traiskirchen wurde er von dem Freiherrn vonNesselrode zum Stein, dem Gesandten des Kurfürsten von Kölnam Kaiserhofe, empfangen, und in Wien hatte ihm der Kaiserden Graf Traun'schen Pallast zur Wohnung angewiesen.Nachdem der Prinz hier zuerst das Frohnleichnams=Fest ge-feiert, wurde er durch den Grafen von Herberstein im Namendes Kaisers, durch den Grafen von Oettingen im Namen derKaiserin=Mutter und der Erzherzoginnen begrüßt. Dann machte