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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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45Rochefort, Bordeaux, Toulouse, Narbonne, Nismes, Arles, Mar-seille, Avignon und Lyon wurden besucht, und überall war derPrinz ehrenvoll empfangen worden; in den Festungen hatte ersogar die Parole ausgeben müssen, was nur dem Höchstcomman-direnden zusteht. Am 15. October 1675 überschritten die Reisen-den endlich die italienische Grenze.Die Reise in Italien führte den jungen Prinzen in theil-weise neue Verhältnisse. Hatte er an den Höfen zu Paris undLondon das Leben und Treiben in diesen Centralpunkten großerStaaten kennen gelernt, so zeigte sich ihm an den Höfen derkleineren Staaten Italiens, deren politische Bedeutung mehr denVerhältnissen seiner Heimath entsprach, zwar ein Spiegelbild desGesehenen in verjüngtem Maßstabe, aber größtentheils noch ver-bunden mit einem Streben nach gediegener Bildung in den Ge-bieten der Kunst und Wissenschaft, welche ja ihre Wiederbelebungim 15. Jahrhundert Italien verdankten. Die Republiken Ita-liens hätten ihm zwar das Verständniß eines Staatslebens er-öffnen können, welches sich nicht um eine einzige Person bewegte,von welcher die ganze Staatsmaschine Leben empfing; allein zudieser Zeit war das Regiment in den Händen einer starr in sichabgeschlossenen Aristokratie, welche die Herrschaft wenig ver-schieden von der Autokratie eines Einzelnen handhabte. In Romendlich, dem Vereinigungspunkte aller Fäden der damaligenPolitik, fand zu dieser Zeit der Prinz nur das eine Bestreben,welches alles Andere überragte, das Bestreben zur gänzlichenUnterdrückung des Protestantismus.Während des achtmonatlichen Aufenthalts in Italien besuchteder Prinz zuerst den Hof zu Turin, ging dann nach Genua, wodie Flotte im Hafen ihm zu Ehren ein Scheingefecht ausführte,besuchte Pavia und Mailand, wo er das Fest des heiligen KarlBorromäus mitfeierte, folgte einer Einladung des Herzogs Ra-nuzzi Farnese nach Parma und des Herzogs Franz von Modenaund betrat dann in Bologna das Gebiet des Kirchenstaates. Ander Küste der Adria zog er über Imola, Faenza u. s. w. nachAncona und von dort nach Loretto, um bei der Santa Casaseine Andacht zu verrichten. Ueber Recanata, Spoleto, Terniund Narni traf er in Primaporte ein, wohin ihm der Kardinalvon Hessen den Herrn von Gymnich mit zwei sechsspännigen