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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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43Prinzen von mütterlicher Seite. Ein Schreiben d. d. Bensber4. Novembris 1674 an den Kardinal P. Oliva, Praepositusgeneralis des Jesuiten=Ordens, empfiehlt den Prinzen noch ganzbesonders und enthält die Bitte, daß der Reisende an allen Orten,wo sich Jesuiten=Collegien befänden, in denselben aufgenommenund für ihn gesorgt werden möchte.Unter Leitung seines bisherigen Gouverneurs Frhr. Hermannvon Wachtendonk, Malteser=Ritter und des Freiherrn Theobaldvon Goltstein, trat nun Johann Wilhelm am 4. Dezember 1674seine Reise an, begleitet von einem zahlreichen Gefolge von Al-tersgenossen aus dem heimischen Adel und besonders ausge-wählter Dienerschaft. Der aus dem Jesuiten=Collegium zu Trierherbeigerufene P. Packenius*) war ihm als Seelsorger beige-geben; dem Fürstlichen Leibarzt Franz Preis war das körperlicheWohl anvertraut, und der Hofrath Ferdinand von Yrsch fungirteals Secretair und Finanz=Director. Ueber Cleve, wo JohannWilhelm sich mit den beiden brandenburgischen Prinzen Friedrich(später Kurfürst und erster König) und Ludwig begrüßte, dannüber Nymwegen, Arnheim, Utrecht 2c. zogen die Reisenden nachdem Haag, und gelangten von dort über Rotterdam und Dort-recht, auf einer von den Generalstaaten zur Verfügung gestelltenNacht durch die Gewässer Seelands nach Antwerpen. Auf dieserFahrt war es, wo in der Neujahrsnacht 16 7 4/75 ein heftigerSturm die Reisenden in Gefahr brachte, und von daher datirtsich die Devise Johann Wilhelms: Dominus virtutum nobiscum,der wir später häufig begegnen.Den 20. Januar 1675 traf der Prinz in Paris ein undwurde von Ludwig XIV. mit großer Auszeichnung aufgenommen.Der König nannte ihn „mon cousin“ und verkehrte auf's Ver-traulichste mit ihm. Sowohl der König als der Hof und dieGroßen Frankreichs suchten ihm den Aufenthalt so angenehm alsmöglich zu machen, und die fast viermonatliche Dauer desselbensowohl in Paris als in den Schlössern des Königs und derMagnaten war eine fortgesetzte Reihe von Festlichkeiten, wobei*) Unter dem Titel Hercules Prodicius post Saeculum redivivus 2c.hat dieser uns eine im schwülstigsten Latein geschriebene höchst spezielle Reise-beschreibung geliefert.