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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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42seiner Selbstvergötterung, welche in allen Hoffesten und wo sonstnur Gelegenheit war, sich wiederspiegelte. Den größten Luxusin allem Aeußeren hatte sie sich dienstbar gemacht, sowohl inden engeren Grenzen des Hofes als in der ganzen Umgebung.Prachtbauten stiegen empor, zur Verherrlichung der Siege, welchedes Königs Truppen erfochten hatten, und Schaumünzen, welcheihn als Arbiter orbis und als Rex invictissimus symbolisirten,sollten seine Größe durch alle Welt verkünden.Der Hof Karl's II. von England bot nicht weniger dasBestreben des raffinirtesten Luxus und zugleich das Bild einessteten Kampfes zwischen König und Parlament. Das MinisteriumClifford=Ashley=Buckingham=Arlington=Lauderdale, von der Ge-schichte als das Ministerium Cabal bezeichnet, welches offen dieUnterdrückung der kirchlichen und politischen Freiheit Englandsanstrebte, und sich die Wiederherstellung des Katholicismus undder absoluten Königsgewalt als Aufgabe gestellt hatte, war zwarseit einem Jahre gestürzt zur Zeit der Anwesenheit JohannWilhelms in London, aber unter der Leitung des Herzogs vonYork hatten die Bestrebungen desselben ihren heimlichen Fort-gang. Der König, ganz und gar den Vergnügungen ergeben,kümmerte sich wenig um die Regierung, und suchte durch glän-zende Feste sich schadlos zu halten für die durch das Parlamentihm abgerungenen Verluste an Königlicher Gewalt. Wenn ihmnur genügend Geld bewilligt wurde, war er gerne bereit zumNachgeben, denn Geld war Alles, was er verlangte, um seinenkostspieligen Liebhabereien nachgehen zu können. Hatte er dochkurz vorher seinen Bundesgenossen im Kriege gegen Holland,Ludwig XIV., im Stich gelassen, als ihm die Republik der Ver-einigten Niederlande zwei Millionen Gulden zu zahlen versprach.So waren die Vorbilder, deren „vertus Royales“ sich derjunge Prinz, nach den Briefen des Vaters, als Beispiel nehmensollte.Mit gleicher Sorgfalt hatte Philipp Wilhelm es nichtunterlassen seinen Sohn an den Höfen Italiens zu empfehlen,vor Allen in Rom. Neben dem Schreiben an den Pabst Cle-mens X. liegen Empfehlungsbriefe vor an die Cardinäle Altieri,Antonelli, Rospiglioſo, Chigi, Barberino, Carpegna, Pio, Otto-boni und an den Cardinal von Hessen, einen Verwandten des