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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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38die feierlichen Aufzüge, Schauspiele, Opern und Concerte demVolke immer Etwas zu schauen und zu hören gaben, wobei diePerson des Landesherrn stets in erster Linie stand. Dazu ge-hört auch die Tafel des Fürsten, welche nach allen Vorschriftendes adoptirten spanischen und kaiserlichen Hofceremoniells vondem Fürsten und der Fürstin allein gehalten wurde, unter Zu-lassung von Zuschauern.Leider hat der Verfasser es unterlassen, auf die „menschlicheSchwachheit“ näher einzugehen, sonst würde er vielleicht auch zudem Schlusse gekommen sein, daß Ehrgeiz, Eitelkeit, Durchdrun-gensein von der Erhabenheit seiner Fürstlichen Person undWürde, und endlich ein nach jeder Richtung hin scharf ausge-prägter Absolutismus, in welchem sich Ludwigs XIV. Wort:l'étât c'est moi! im höchsten Grade verkörpert fand, die Grund-züge des Charakters Johann Wilhelms waren. Um diesesnäher zu beweisen, muß ich auf die Jugend Johann Wilhelmszurückgreifen, und aus seiner Erziehung die Keime und die all-mälige Ausbildung dieser charakteristischen Eigenschaften zu ent-wickeln versuchen.Der am 19. April 1658 als das 4te Kind und ältesteSohn Philipp Wilhelms und der Herzogin Elisabeth Amalievon Hessen=Darmstadt, im Schlosse zu Düsseldorf geborene Prinz,hatte in der Taufe die Namen: Johann, Wilhelm,Joseph, Ignatius erhalten. Johann Casimir, König vonPolen und der mütterliche Großvater, Landgraf Georg II. vonHessen=Darmstadt waren die vornehmsten Taufpathen. Der demTäufling ebenfalls beigelegte Name Ignatius kann uns schoneinen Fingerzeig über die damals am Hofe zu Düsseldorf herr-schende konfessionelle Richtung geben. Der Neugeborne wirduns geschildert als ein kräftiges, schönes Kind, dessen körperlicheund geistige Anlagen sich frühzeitig vortheilhaft entwickelten.Der den weiblichen Händen und der Kinderstube entwachsenePrinz erhielt zum Gouverneur den Freiherrn von Wachtendonk;die Lehrer aber wurden vorzugsweise auserwählt aus den Väternder Gesellschaft Jesu, welche der Großvater Wolfgang Wilhelm1614 bei seiner Convertirung nach Düsseldorf berufen hatte.Eine ausführliche Instruction des Vaters schrieb den ein-zuschlagenden Weg der Erziehung genau vor, bis auf die ge-