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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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36der Neuburger in dem genannten Mausoleum können wir nochdie Zeichen dieses äußeren Luxus verfolgen. Während der ersteder Neuburger, Wolfgang Wilhelm, und die übrigen dort bei-gesetzten Glieder des Fürstlichen Hauses in einfachen Särgenruhen, ist die letzte Wohnung Johann Wilhelms prachtvoll ver-ziert mit reichem Bildwerk und allen Attributen seiner Würde;eine lange Inschrift bringt dem Leser die Tugenden des Hinge-schiedenen in Erinnerung.Die Ehe Johann Wilhelms war kinderlos. Es succedirtesein Bruder Karl Philipp, bis dahin Kaiserlicher General undStatthalter in Tyrol, der jedoch seine rheinische HauptstadtDüsseldorf während seiner 26jährigen Regierung niemals besuchthat. Die Kurfürstliche Wittwe kehrte 1717 nach Florenz zurück,wo sie erst 1743 in ihrem 76. Lebensjahre starb, nachdem sienoch eine Zeitlang die Regentschaft in Toscana geführt hatte.In einem Schluß= und Kern=Satze hat unser „historisch-pragmatischer Federzeichner“ sein Urtheil über Johann Wilhelmalso formulirt: „Er war ein edler deutscher Fürst und Landes-vater, der niemals seinen Fürsteneid gebrochen, ein erhabenerChurfürst und Herzog, eine liebenswürdige volksthümliche Gestalt,doch wegen menschlicher Schwachheit nicht nachahmungswürdig!“-Eine nähere Prüfung der apologetischen Phrasen diesesSchlußurtheils ist durch das Vorhergehende zwar theilweise un-nöthig geworden, dennoch dürfte eine kurze Beleuchtung derselbenan dieser Stelle nicht ohne Interesse sein, wo es sich um dieCharakteristik dieses Fürsten handelt.Die Beziehungen Johann Wilhelms zum Deutschen Reich,soweit wir dieselben kennen, waren gut; sie waren aber auchwesentlich dadurch bedingt und erleichtert, daß von den Kaisern,welche während seiner Regierung die höchste Reichswürde beklei-deten, Leopold I. in doppeltem Grade sein Schwager, Joseph I.und Karl VI. seine Neffen waren. Daß ihm jedoch die Unter-ordnung unter die Reichs=Constitutionen nicht immer genehmwar, sobald seine Person oder seine Würde davon vermeintlichangetastet wurden, davon zeugt die Behandlung eines Reichs-kammerboten im Jahre 1699. Derselbe kam in's Schloß, um dem*) In Note 74 nennt sie der Verf. Anna Maria Loisia von Cosmos!!