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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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22Ordens 1708 und zuletzt Johann Wilhelms Auftreten als Reichs-vikar im Westen, bei dem Tode des Kaisers 1711 und die Er-richtung des Reiterstandbildes auf dem Markte.Ein Blick auf das Verzeichniß der Creditoren der Bank,namentlich derjenigen, welche Kriegscommissariats=Zettel, gewißzu sehr niedrigem Cours, erhalten hatten, ist auch nicht ohneInteresse. Neben mehreren Generalen und Regiments=Comman-deuren sehen wir die Kölner Kaufleute, von Beywegh, Teschen-macher, und Gebrüder Meinertzhagen, den Bankier Dahmen inAachen, die Hof= und Kammer=Räthe Weigeler, Lemmen, Scholl,Leseque in Düsseldorf. Mit besonders hohen Summen sind be-theiligt: der Resident in Frankfurt a M. Aaron Beer, der Hoffactor Isaak Beer, der Hofkammer=Agent Jacob van Gelder,der Manheimer Schutzjude Herz Jacob, die Lieferanten Davidund Mortgen Oppenheimer, Moses Horn und Mayer Cain;vor Allen aber steht der Miliz=Faktor Lämmle Moyses in Wien,welcher dort die vom Kaiser jährlich stipulirten 400,000 Gul-den Subsidiengelder für den Kurfürsten empfangen und über-mitteln sollte, jedoch stets bedeutende Vorschüsse in Rechnung zustellen hatte, wobei er gewiß nicht zu kurz gekommen ist.In dem Geheimen Kriegs=Commissariat haben wir nun dieergiebige Quelle zu suchen, aus welcher die Mittel zur Bestrei-tung der Ausgaben für den am Hofe zur Schau gestellten un-erhörten Luxus und besonders auch für die Ausstattung der Bil-dergalerie mit den ausgezeichnetsten Kunstwerken so reichlichflossen. Die Controlle der Ausgaben dieser Behörde war denStänden entzogen, und die Rechnungen wurden sorgfältig secre-tirt. In den wenigen Nachweisungen, welche davon zur Oeffent-lichkeit gelangten, sind nun Spuren aufgefunden, auf welche manwohl einen weiteren Schluß basiren darf. Schon im Jahre1708 hatte nemlich der Ober=Kriegs=Commissarius Suter eine*) So klagt u. A. Herr von Wiser, Kurfürstl. Geheimerath, derfrüher bei den Gesandtschaften in Lissabon, Madrid, Neapel, Rom und imHaag angestellt gewesen, von wo aus er dem Kurfürsten eine Menge Ge-mälde, Statuen und Kunstsachenverehrt hatte, und dem ein zehnjährigerVorschuß bei Lämmle Moyses angewiesen war, daß es schwer halte, Etwaszu erhalten, daß er sich mit Detail=Zahlungen begnügen und einmal sogarein silberhärines Zobel=Futter statt 600 Gulden habe annehmen müssen.