21um so mehr, als auch das Kriegscommissariat, ohne sich um dieständische Finanzdeputation zu bekümmern, selbstständig Bank-zettel ausgab. Die Einlösung hielt jedoch mit der Ausgabedurchaus nicht Schritt, und die Bankschulden wuchsen deshalbimmer mehr an. So finden wir u. A. in dem Status derBank vom Mai 1710 bis Mai 1711, daß von den Herzogthü-mern Jülich und Berg in die Bank eingeschossen waren 983,431Rthlr. während nur für 413,750 Rthlr. eingelöste Bankzettelvorgelegt wurden. Für das folgende Finanzjahr waren 1,065,246Rthlr. in die Bank geflossen, wozu gewiß das Edikt vom 11. Mai1710, wonach „die Minister, die Räthe, die vornehmen Civil=Be-diente, Advocaten, Procuratoren und andere Amtsträger, beiVerlust ihrer Aemter, Würden und Dienste eine Amts=Taxe vor-schießen mußten, welche von ihren Nachfolgern zu ersetzen sei,einen namhaften Beitrag geliefert hat. Den Deputirten wurdenaber nur 142,440 Rthlr. eingelöste landständische Bank-zettel vorgelegt, für den Rest aber Kriegscommissariats=Zettel,deren Anerkennung die Deputirten verweigerten. Schon 1707fanden sich für 10,788 Rthlr. Kriegscommissariats=Zettel imUmlauf, welche Summe im Jahre 1712 bereits auf die enormeHöhe von mehr als 8 Millionen gestiegen war, während zudemselben Abschluß die ausgegebenen landständischen Bankzettelsich auf noch nicht 2 Millionen belaufen.Es waren diese Jahre von 1707 bis 1712 allerdingsKriegsjahre, in welchen Kurfürstliche Truppen in Spanien undin Italien kämpften, aber wir haben oben bereits gesehen, welcheSummen der Kaiser, England und Holland an Subsidien zuzahlen hatten, so daß dadurch die Unterhaltung der Truppen undNeuformationen wesentlich erleichtert, wenn nicht ganz gedecktwerden konnten. Aber in diese Jahre fällt auch die Steigerungdes Luxus am Hofe zur größten Höhe; in diese Jahre fallendie Kosten des Galeriebaues, die ungeheuren Ausgaben an dieKünstler, sowohl an laufendem Gehalte als für gelieferte Kunst-werke; in dieser Zeit wurde der prachtvolle Bau des Bensber-ger Schlosses ausgeführt; in diese Zeit fällt die Erlangung desKurhutes des geächteten Kurfürsten von Bayern, mit dem Vor-range im Kurfürsten=Collegium und dem Reichsamt des Erz-Truchses; endlich gehört hierhin die Erneuerung des Hubertus-
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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