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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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20Schwanken gekommen war. Die Errichtung einer Bank (bancedi giro d'affrancatione) in Köln sollte nun den ersehnten Aus-weg zeigen aus dem Schuldenlabyrinth, in welches man ge-rathen war. Nach der Landesherrlichen Proposition sollte derStock der Bank aus 160,000 Rthlr. bestehen, für welchen WerthBankzettel ausgegeben und innerhalb zehn Jahren mit 16000Rthlr. jährlich und den Zinsen wieder eingelöst werden sollten.Die Stände gingen darauf ein, unter der Bedingung, daßdie Bankzettel zu dem angegebenen Betrage durch die ständischeFinanzdeputation unterschrieben werden müßten. Schon 1706,nach Verlauf des ersten Jahres, wurde aber den Deputirten zu-gemuthet, jährlich für 160,000 Rthlr. Bankzettel zu unterschrei-ben. Nach langem Sträuben und in Folge der Drohungen desKurfürsten, kam es endlich zu einer Verständigung dahin: daßsie zwar für ein Jahr die genannte Summe in Bankzetteln un-terschreiben wollten, vorbehaltlich der Zustimmung der Land-stände und unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die Cre-ditoren der Bank namhaft gemacht werden müßten,und daß bei einer innerhalb Jahresfrist nicht erfolgten Rati-fication des Landtags die unterschriebenen Bankzettel ungültigwürden. Wohin die erstere Bedingung zielte, liegt klar zu Tage:man hatte Verdacht wegen leichtsinniger Verschleuderung desGeldes und wollte Gewißheit haben, zu welchen Zwecken esverwendet worden sei. Bereitwillig stellte Johann Wilhelmhierüber einen Revers aus, dessen Folgen er einfach dadurchauswich, daß er den Landtag gar nicht zusammenbe-rief. Trotzdem wurden den Deputirten aber für eine MillionRthlr. Bankzettel zur Unterschrift vorgelegt, und als sie dieseverweigerten, ließ ihnen der Kurfürst eröffnen, er werde sieallesammt mit gewaffneter Hand nach der FestungJülich abführen lassen! Gegenüber diesem Factum klingtes fast wie Ironie, wenn der Verfasser derhistorisch=pragmati-ſchen Federzeichnung das Verhältniß zwiſchen Fürſt und Stän-den (pag. 16) schildert:Der Talisman des wohlwollendenFürsten, Liebe und Gegenliebe, siegten über theoretische Wider-sacher, beschwichtigte den Murrenden und hob den freisinnigenFürsten über alle Hindernisse weg auf den Schild!Die Emission der Bankzettel machte nun riesige Fortschritte,