19aber pünktlich in drei Terminen gezahlt werden müsse. Den 4.Mai 1703 schließt nun der Kurfürst einen Vertrag mit Englandund Holland zur Stellung von 4 Bataillonen Infanterie zu 650Mann, welche am 1. Mai 1704 in Düsseldorf marschbereit seinmüssen. Liegt da nicht die Vermuthung nahe, daß die Nassauer,Sayner 2c. zur Completirung dieser Bataillone verwendet wer-den sollten? England und Holland mußten aber 16 Rthlr.pro Kopf Werbegeld zahlen, und außerdem noch 2500Rthlr. Subsidien monatlich, wofür jedoch der Kurfürst die Trup-pen besolden mußte, so lange sie in seinen Landen blieben. 1706sollen diese Truppen auf 10000 Mann gebracht werden, ohneVerbegeld, aber England und Holland übernehmen die Besol-dung mit monatlich 24,829 Rthlr.; der Unterhalt derselben kostetealso dem Kurfürsten auch nicht viel, und die Verordnung vom12. April 1706, wodurch die gesunden und starken Bettler undMüßiggänger von 20—50 Jahren ermittelt und zum Kriegs-dienst eingezogen werden sollen, hat gewiß dazu beigetragen, dasAufbringen der Mannschaft zu erleichtern.Rechnet man dazu noch die 400,000 Gulden, welche er ver-tragsmäßig jährlich vom Kaiser als Subsidiengelder zu be-ziehen hatte, so kommt eine namhafte jährliche Summe heraus,mit welcher die Rüstungen wohl zu bestreiten gewesen sind. Den-noch wurde unter dem 10. April 1705 eine neue Steuer aus-geschrieben, welche jeden steuerbaren Morgen Land mit 1¾Rthlr. belastete, und eine Familientaxe in Stufen von 4 bis24 Rthlr. umlegte je nach dem Vermögen, wozu auch die Päch-ter der adligen und geistlichen freien Güter herangezogen wur-den. Eine Verordnung vom 6. Mai 1705 regulirt die Stem-pelsteuer in 6 Klassen von 2 Stüber pr. Bogen bis zu 4 Rthlr. 2c.Alle diese außerordentlichen Beiträge, so wie die Subsidien 2c.flossen in die Kassen des neugebildeten Kriegs=Commissariats,welche bis zu 1 der Landeseinnahme verschlungen haben sollenjedoch der Controlle der Stände ganz entzogenwaren.Trotz der erhöhten Steuern, trotz der Subsidien=Gelder,blieben die Kassen leer, da die Ausgaben die Einnahmen immermehr überstiegen. Ueberall suchte Johann Wilhelm nach neuenQuellen zur Geldbeschaffung, da auch der Credit schon in großes
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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