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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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18schon wieder auf der Reise nach Wien, wo er bis zum August1704 bleibt, und im November 1704 finden wir ihn wieder inder Pfalz, wo er abermals den Römischen König, den Mark-grafen Ludwig von Baden und den Prinzen Eugen in Heidelbergfestlich bewirthet. Daß die Kriegsbereitschaft und der begonneneKrieg allein alle diese aufgebrachten Geldmittel verschlungenhaben sollen, wird mehr als zweifelhaft, wenn man erwägt, aufwelchen anderen Wegen Johann Wilhelm sich ebenfalls zu die-sem Zweck Geld zu verschaffen wußte. Schon in dem vorigenKriege hatte er 1696 mit Nassau=Katzenellenbogen, mit Sayn,Wied und anderen Ständen des Oberrheinischen Kreises einenVertrag geschlossen, wonach er für dieselben, gegen Geldentschä-digung, Truppen zum Reichsheere stellte. Wie er diese Ba-taillone aufbrachte klärt uns vielleicht eine Verordnung vomMärz 1697 auf, durch welche in allen Aemtern des Herzog-thums Berg, eine vollständig geregelte Aushebung befohlenwird:Junge Landts= und Handwerksgesellen, fremde ledigeBurschen, Gesunde, Vernünftige Ansehentliche, Hurtige und Woll-gemuthete Leuthe, keinesweges aber Preß= und mangelhaffte,Einfältige, Kleine, Unansehentliche und Schwachsinnige sollenzusammengebracht werden, von diesen sind dieMeistbequembste,möglichst aber ungeheirathete, nicht unter 20 und nicht über 50Jahre alt auszuwählen, und das auf das Amt repartirte Con-tingent sofortohne sie vorher noch einmal nach Hause zu be-urlauben nach Düsseldorf zu führen und an den Commandan-ten abzuliefern. Der 1698 geschlossene Friede hatte der Trup-pen zwar nicht mehr zur Verwendung kommen lassen, aber inFolge des Vertrages schuldeten die genannten Stände dem Kur-fürsten noch 23,712 Gulden 24 Kreuzer.Im Jahre 1703 erneuert Johann Wilhelm das Bündnißmit denselben und bedingt sich aus, daß Nassau ihm 3 Com-pagnieen, Sayn und Wied je eine Compagnie zu 78 Mannliefern und am 1. November 1703, am 1. Januar und am1. März 1704 in Siegburg und Mülheim stellen müssen,Alleswohlmontirte Mannschaft, darunter keine Franzosen, Spanieroder sonst der deutschen Sprache unkundige Leute, für welcheer 18 Gulden pro Kopf Werbegeld stipulirte, welcherBetrag von obiger Schuld in Abzug gebracht werden, der Rest