15Fürst stets von einem großen Gefolge begleitet. Dadurch ge-langte freilich der Hof Johann Wilhelms damals schon in denRuf, einer der glänzendsten Höfe Deutschlands zu sein, aber dasLand litt schwer darunter. Ganz richtig sagt daher der „histo-risch=pragmatische Federzeichner“ (pag. 13.) „Johann Wilhelmbezeigte schon früh vorherrschenden Sinn für monarchische Prachtund glänzende Repräsentation“, und fügt eben so wahr hinzu,„die er leider im Verfolge leidenschaftlich bis zum gerechtenTadel überbot“. — Aus der ersten Zeit der Regentschaft datirenschon eine Menge Verpfändungen von Kammergütern, welcheerst gegen die Mitte und das Ende des vorigen Jahrhundertswieder eingelöst werden konnten.Mit der Erlangung des Kurhutes, nach dem Tode desVaters, 1690, und mit der zweiten Vermählung, 1691, stieg derLuxus am Hofe immer mehr und vergrößerte die Ausgaben.Der Hofhalt wurde auf großem Fuße eingerichtet, wobei dieRücksicht auf die durch Pracht und Luxus in ihrer HeimathFlorenz verwöhnte Kurfürstin nicht wenig beigetragen hat. EineReise nach Holland (1696) mit der Kurfürstin und großem Hof-staate verschlang große Summen, die noch dadurch vermehrtwurden, daß Johann Wilhelm dabei in Rotterdam den berühmtenMaler van der Werff besuchte, dem er nicht nur mehrere Bilderbestellte, sondern den er auch engagirte nach Düsseldorf zu kom-men, wo er (1697) gegen ein Gehalt von 4000 Gulden fürsechs Monate in des Kurfürsten Dienst trat. Bei der Vermäh-lung des Schwagers des Kurfürsten, Prinzen Gaston von Medicismit der Wittwe des verstorbenen Prinzen Philipp Wilhelm, einesjüngeren Bruders Johann Wilhelms, welche im Juli 1697 inDüsseldorf gefeiert wurde, wechselten Opern, Schauspiele undConcerte mit opulenten Gastmalen; die Ritterschaft führte aufdem Friedrichsplatze ein Turnier und Caroussel auf, kurz! „esfehlte nichts, was das Auge, das Ohr und den Gaumen erfreuenkonnte“, erzählt ein Berichterstatter. Dann kam 1698 die Reisenach der Pfalz mit glänzendem Hofhalt in Weinheim, und nachder Rückkehr von dort die bleibende Etablirung des Hofes inDüsseldorf, wo Johann Wilhelm Alles aufbot, um diese seineResidenz auf diejenige Höhe zu erheben, welche dem in Prachtund Luxus stets zunehmenden Hofe entsprechen konnte. Hierhin
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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