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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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14einer Seite hin waren es die schweren Lasten, woran die Herzog-thümer, besonders Jülich, in Folge der durch Ludwig XIV. her-vorgerufenen Kriege zu tragen hatten, auf der anderen Seiteaber treten die immer höher steigenden Geldbedürfnisse desHofes in den Vordergrund, um die mit Mühe eingebrachtenLandesbeiträge als Tropfen auf einen heißen Stein erscheinenzu lassen.Die Jülich'schen Stände sahen sich genöthigt diejenigenGüter, welche als geistliche, adliche oder Lehngüter bei der ge-wöhnlichen Besteuerung nicht herangezogen werden konnten, mit4% des Reinertrags zu belasten, eine Steuer, welche im weiterenVerlauf der Zeit bis auf 19% gesteigert worden ist. Einelandesherrliche Verordnung vom 11. Juli 1684 befiehlt, daß dievon den bergischen Ständen bewilligte Steuer von den betreffen-den Beamten gegen 5% Zinsen vorgeschossen werden solle, weilderen Beitreibung zuviel Zeit erforderte. Auch dieses Beneficiumder Beamten oder anderer Personen, welche die ausgeschriebeneSteuer vorschossen, stieg bis auf 6 und 7% wenn die Noth derGeldbeschaffung dringend wurde. Im Jahre 1689 mußten schondie Dienstboten mit 1/10 ihres Lohnes besteuert werden, undHandelsleute, Brandweinbrenner 2c. wurden mit ½ bis 2 Rthlr.Gewerbesteuer belastet, je nach der Ausdehnung ihres Geschäfts.Die Succession Philipp Wilhelms in der Pfälzischen Kur-würde, 1685, erforderte große Summen, da die neue Würdegrößere Repräsentationskosten im Gefolge hatte, welche Neuburgund die Pfalz nicht allein tragen konnten, so daß Jülich undBerg, wo Johann Wilhelm die Regentschaft hatte, mit aus-helfen mußten. Aber trotz dieser chronisch gewordenen Finanz-noth, sehen wir keinerlei Einschränkung der Bedürfnisse desHofes. Alles ging dort im alten Gleise unverändert fort.Jede sich darbietende Gelegenheit wurde benutzt zur Begehungprachtvoller und kostspieliger Feste, wobei der größte Luxus zurSchau gestellt ward, wie z. B. bei der schon erwähnten Durch-reise der Königin von Portugal 1687, bei der Durchreise derneuvermählten Königin von Spanien, 1689, ebenfalls einerSchwester Johann Wilhelms, und nicht minder bei den Besuchenanderer Fürsten und Großen am Hofe zu Düsseldorf. Bei denverschiedenen Reisen, nach Wien und an andere Höfe, war der