13Maler van Douven angeregten Gedanken eingegangen, diese Ge-mälde in einem passenden, zu dem Zweck eingerichteten Raumezu vereinigen, zumal da eine Gemälde=Galerie eigentlich zur voll-ständigen und würdigen Ausstattung eines Fürstlichen Residenz-schlosses gehörte. So wurde denn 1704 der Bau des Galerie-Gebäudes in Angriff genommen und in den folgenden Jahrennoch fortgesetzt und erweitert, als ein Annex des Schlosses, fürdessen Vollendung sich selbst noch 1715 ein Posten von 3000Rthlr. mit den Kosten für den Festungsbau vermischt findet.Daß die Galerie aber ursprünglich ein Hof= und kein Landes-Institut war, geht ja aus der eigenen Angabe des Verfassershervor, wonach die Karten zur Besichtigung der Galerie vomHofmarschallamte ausgegeben wurden. Auch die MittheilungBlainville's, über die Trennung der Galerie von dem Privat-Gemälde=Kabinet des Fürsten, welche als Beweis angeführt wird,daß die Gallerie ein besonderes Institut gewesen sei, bezieht sichnur auf die beiden „Kunst= und Raritäten=Kabinette,“ welcheJohann Wilhelm im Schloſſe ſelbſt hatte.Die weiten Räume füllten sich nun nach und nach mit denkostbaren Gemälden, welche der Fürst durch die in Düsseldorfund am Hofe lebenden, theils definitiv angestellten und reichbesoldeten Künstler anfertigen, oder welche er bei auswär-tigen Künstlern bestellte und durch seine in Holland, in Spanien,in Italien befindlichen Agenten ankaufen ließ. Von der größtenWichtigkeit ist dabei die Frage, aus welcher Quelle die Mittelzu den daraus entstehenden colossalen Ausgaben geflossen seien?Die Beantwortung dieser Frage ist sehr schwierig, denn hier fehltes an authentischen Beweisen, aber wir können dieselbe mindestensannähernd beantworten, wobei zugleich auch noch ein Streiflichtfallen wird auf das Verhalten des Fürsten seinen „getreuenStänden“ gegenüber, welches der Autor der Federzeichnung unsan verschiedenen Stellen als ein Bild schönster Harmonie vorführt.Schon bei dem Antritt der Regentschaft waren die finan-ziellen Bedrängnisse in hohem Grade vorhanden, wie dies obenbereits angeführt ist. Die Aufnahme eines Kapitals von 80,000Rthlr. auf die Kohlenbergwerke zu Eschweiler hatte zwar momen-tan aus der größten Noth geholfen, ohne jedoch dem Krebsschadender fortwährenden Geldklemme Einhalt thun zu können. Nach
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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