12und kommt zu dem Resultat: „daß die Galerie, als einelandesherrliche milde Stiftung urkundlich zur Wohl-fahrt der Stadt und als eine beständige Zierde desLandes uns verliehen ward“. Er spricht von der Stif-tungsurkunde, welche leider! verloren gegangen und will aufdiesem Wege den Beweis führen, daß die Galerie eine Landesanstaltgewesen sei, durch fürstliche Munificenz der Stadt und demStaate oder Lande geschenkt! mithin unveräußerliches, unan-tastbares Landeseigenthum, wozu nicht nur das Fürstliche Paar,sondern auch der reiche Adel, die vermögenden Bürger und sogardie getreuen Stände „durch einen Majoritäts= einen Ueber-zeugungs= nicht Nachgiebigkeitsbeschluß“ das Ihrige beigetragenhaben sollen.Was nun zunächst die angebliche Stiftungsurkunde be-trifft, so ist dieselbe, meines Wissens, hier zum ersten Mal auf-geführt, und wenn der Verfasser behauptet, das Dasein derselbensei ganz außer Zweifel gestellt, so ist er den Beweis dafür schul-dig geblieben. „Acta combusta“ hätte er hier auch ausrufenkönnen, wie bei so vielen andern Gelegenheiten. Diejenige Ur-kunde, auf welche er zurückgreift, ist voraussichtlich nur dasspätere, vom Kurfürsten Karl Theodor festgestellte „Statut derAkademie“, welches noch, in einem rothen Sammteinbande vor-handen ist, „Im Jahre 1817“ — sagt der Verfasser — „habeGerhard Siebel den auszüglichen Inhalt der gelesenen Urkundereproduzirt“; sie mußte also damals noch vorhanden gewesensein, und es würde unsere Archiv= und Akademie=Beamten einnicht zu verzeihender Vorwurf der Nachlässigkeit treffen, wenndieses wichtige Document jetzt nicht mehr aufzufinden wäre.Ich darf deshalb wohl mit vollem Recht behaupten, daß dieStiftungsurkunde Johann Wilhelms für die Bildergalerienur in der lebhaften Phantasie des historisch=pragmatischen Feder-zeichners existire.Wir können uns das Entstehen der Bildergalerie weit natür-licher erklären dadurch, daß die Räume des Schlosses nicht mehrden genügenden und geeigneten Platz boten zur Aufnahme derschon vorhandenen, so wie der von Johann Wilhelm angekauften,bestellten, und aus anderen Schlössern herangebrachten Gemälde.Gerne ist er deshalb auf den von seinem Hof= und Kammer-
Druckschrift
Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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