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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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10Acten nachweisen läßt, daß z. B. die Söldner des in Düsseldorfstehenden Leibregiments seit Monaten nicht mehr abgelöhnt warenund sich nach einem vorliegenden Berichte des Kammermeistersvon Giese vom 9. November 1679 in solcher Noth befanden,daß dieselben vor Hunger und Kummer häufig daherstarben.Der Commandant, Oberstlieutenant von Burgsdorff, berichtetunter dem 17. November:250 Gemeine liegen krank, unter denDächern, auf Stroh, ohne Feuer, gleich Statuen, haben nurWasser und Brod; die Officiere haben keine Mittel mehr, dengestorbenen Soldaten einen Sarg machen zu lassen 2c. erbittet deshalb um Abhülfe,vor Allem, daß denen Krankenassistiret und einige Bretter und Nägel zu Todtenkisten ange-wiesen werden. Der bergische Pfenningmeister Esken erhieltdarauf die Weisung, wenigstens einen halben Monatssold zuzahlen; aber er hatte kein Geld in der Kasse und sagt:er könnenicht zahlen, da auch der Kaufmann vom Hövel in KölnSchwierigkeiten mache, fernere Vorschüsse zu leisten. Zu der-selben Zeit aber werden dem Kammermusikus Battaglia vomFürsten 1000 Thlr. angewiesen, welche derselbe PfenningsmeisterEsken zahlte! und in den Verhandlungen mit dem Kammermeistervon Giese wegen Geldbeschaffung, wird ausdrücklich hervorgehoben,daß Niemanden etwas ausgezahlt werden dürfe,bevor nicht dieFürstin und der Graf von Oettingen ihre rückständigen Quar-tale erhalten hätten. Auch war diese Finanznoth nicht im Stande,den Hoffesten in Düsseldorf, den mit großer Pracht arrangirtenHofjagden in Bensberg und den ländlichen Festen in SchloßHambach Abbruch zu thun.Um bei einer Reise nach Wien 1685 mit dem nöthigenGlanze auftreten zu können, befahl Johann Wilhelm, daß dieKellnereien die Revenuen der Kammergüter vorschießen sollten;außerdem wurden aber noch die Städte um Anleihen angegangen,wozu u. A. Düsseldorf mit großer Anstrengung 3076 Thlr. auf-also nach 93 Jahren getilgtbrachte, welche erst 1778wurden. Mehrere Monate verweilte damals der Fürst in Wien,und in seinem zahlreichen Gefolge finden wir auch schon denHof= und Kammer=Maler van Douven, der später am HofeIm Jahre 1687 wird ebenfalls voneine große Rolle spielte.großen Festlichkeiten berichtet, welche bei der Durchreise und dem