durchaus nichts Authentisches vor. Eine, keinesweges durchactenmäßige Belege beglaubigte Notiz sagt: die Prinzessin habeihrem Gemahl ein Heirathsgut von 300,000 Piastern mitge-bracht, und außerdem habe der Vater ihr monatlich 100 Dublinenals Spielgeld ausgeworfen. Von den „Millionen“ ist keineRede. Vielleicht gelingt es den eifrigen Forschungen, den Ehe-vertrag — die pacta dotalia — aufzufinden, dann erst würdesich darüber etwas bestimmtes herausstellen.Gewiß war dasjenige, was die Prinzessin ihrem Gemahlzugebracht hat, eine willkommene Zugabe für die an fortwährendemGeldmangel laborirende Hofhaltung zu Düsseldorf, und unbedingtstimme ich dem Verfasser bei, „daß der fürstliche Glanz desHofes jetzt eine neue Quelle der steigenden Wohlfahrt derResidenz geworden sei“; — aber auch nur der Residenz, aufKosten des ganzen Landes, da gleichzeitig, wie wir aus denEdikten entnehmen können, die Steuerschraube immer stärker an-gezogen wurde. Dieser „fürstliche Glanz des Hofes“ datirt abernicht erst von dieser Zeit der zweiten Vermählung, er war schonfrüher speciell angestrebt worden. Schon gleich bei Uebernahmeder Regentschaft (1679) finden wir das Bestreben JohannWilhelms, seine Hofhaltung zu immer größerer Prachtentfaltungzu heben. Eine der ersten Verordnungen des jungen Regenten,vom September 1679, zielt dahin, indem verfügt wird, daß dieeinkommenden Rückstände der zur Hofhaltung bestimmten Kammer-gefälle mit den laufenden Geldgefällen nicht vermischt werdensollen, sondern pünktlich zu erheben und an die Landrentmeistereienund Küchenschreibereien gehörig zu zahlen seien. Diese Ord-nung und Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse der Hofhaltungwürde an und für sich nur ein löbliches Bestreben zeigen, eineVerwendung der verschiedenen Einnahmen zu den dafür bestimm-ten Ausgaben festzustellen, da die Revenuen der Kammergüterspeziell für die Hofhaltung ausgeworfen waren. Wenn wir abersehen, daß gleichzeitig in anderen Zweigen der Verwaltung diegrößte Geldnoth vorlag, welche vergebens auf Linderung harrte,so macht diese vorzugsweise auf die Bedürfnisse des Hofesgerichtete Fürsorge keinen angenehmen Eindruck und spricht wenigfür das Interesse an der allgemeinen Landeswohlfahrt.Es klingt fast unglaublich, was sich aus den vorhandenen
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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