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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
Entstehung
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wo der Kurfürst Max=Emanuel von Bayern große Festlichkeitenangeordnet hatte, führte Johann Wilhelm seine Braut nachNeuburg, und dort wurden sie am 5. Juni 1691 persön-lich vermählt. Nach Düsseldorf kamen die Neuvermähltenam 19. Juli.Einen ganz besonderen Beweis seiner Kenntniß der deut-schen Geschichte giebt uns der Verfasser aber noch in derAufzeichnung, daß Johann Wilhelm bei seinem Aufenthalte inWien in den glänzenden Zirkeln der Hofburg und des KaisersFerdinand III. durch seine Erscheinung und geistreiche Unter-haltung den unvergeßlichsten Eindruck gemacht habe. KaiserFerdinand starb 1657, also ein Jahr vor der Geburt JohannWilhelms, und die Kaiserkrone trug zur Zeit der Anwesenheitdes Prinzen in Wien Leopold I. seit achtzehn Jahren.Auch in den folgenden Angaben, welche sich auf die Regierungund den Hof Johann Wilhelms erstrecken, ist der Verfasser nichtglücklicher in Bezug auf diehistorisch=pragmatische Feststellungder Thatsachen. Namentlich ist dies der Fall, wo er sich überdie Entstehung der Bildergalerie, über das Verhältnißdes Fürsten zu seinen getreuen Ständen und über die-jenige Stellung ausspricht, welche Johann Wilhelm zu denconfessionellen Bewegungen jener Zeit eingenommen hat.Untersuchen wir auch hier das historisch feststehende denAngaben des Herrn Hardung gegenüber.Nach den Aufzeichnungen deshistorisch=pragmatischen Feder-zeichners soll die kunstsinnige Mediceerin,die Erbin collossalerReichthümer, ihrem GemahlMillionen an Gold, Kostbarkeitenund Schätzen zugebracht haben; erst diesem erworbenen Reichthumesei hauptsächlich der immer mehr sich steigernde Luxus zuzuschreiben,der sich am Hofe Johann Wilhelms entfaltete, so daß der Hof zuDüsseldorfbald nur eine eitle Nachahmung des VersaillerHofes war. Ueber dieseMillionen in Gold liegt bis jetzt*) Vergleichen wir mit diesen historischen Thatsachen diehistorisch-pragmatische Federzeichnung des Herrn Hardung, so würden wir ihm gewißunsere Zustimmung nicht versagen können, wenn er den beiden Prädikatenseinesfrüher von der Ausstellung zurückgezogenen Gemäldes noch dasEpitheton ornansromantisch=phantastisch hinzugefügt hätte.