die schönsten Tage, ja unvergeßliche Stunden verlebt hatte“ unddie, „ihm ehedem so hold, ihm auch nachmals ein stillliebendesHerz und schöne Hoffnung auf ein Wiedersehen bewahrt habenmochte“ zu seiner zweiten Gemalin erkor u. s. w. Vergleichenwir auch hier einfach die Daten. Der Erbprinz Johann Wilhelmverweilte auf seiner großen Reise am Hofe zu Florenz im Jahre1676 gegen Ende April, die Prinzessin Maria Anna Loysiawurde geboren am 10. August 1667; sie war also damals achtJahre und sechs Monate alt! müßte demnach ein außer-gewöhnlich frühreifes, begabtes Kind gewesen sein.Sehen wir nun auch ganz davon ab, daß Johann Wilhelm,trotz dieser seiner angeblichen ersten Jugendliebe, sich bald nach-her (1679) mit der Erzherzogin Maria Anna Josepha, derStiefschwester des Kaisers Leopold I. vermählte, und wie wirnicht anders wissen, mit derselben zehn Jahre lang in glücklicherEhe gelebt hat, so spinnt sich der Roman, den uns der Ver-fasser erzählt, während dieser Zeit fort, da nach dem Tode derersten Gemahlin „sichtlich die Sehnsucht der Liebe, die geheime„Macht über Raum und Zeit, ihren mächtigen Einfluß ausübte.„Eine sichtbare Fügung des Himmels war es“ — sagt derselbepag. 34, „die Liebenden sahen und hatten sich innig gerührt zu„Florenz wieder. Ein Herzensbund, der ewige Bund treuer Liebe„war bald geschlossen. Vom Traualtare führte Johann Wilhelm„die liebreizende, glückstrahlende hohe Gemalin als unsere Landes-„mutter heim“ u. s. w. Historisch steht aber fest, daß JohannWilhelm, im Jahre 1690 Kurfürst von der Pfalz geworden, alskinderloser Wittwer sich nach einer neuen Gemalin umschaute.Er sendete deshalb seinen ehemaligen Gouverneur und Führerauf der Reise, Hermann von Wachtendonk, jetzt Großprior desMalteser Ordens in Deutschland und als solcher Fürst zuHeitersheim, nach Florenz zur Brautwerbung, die günstig auf-genommen wurde. Am 29. April 1691 fand die vorläufigeVermählung zu Florenz Statt, wobei der Erbprinz Ferdinandvon Toscana den abwesenden Bräutigam vertrat. Der Grafvon Hamilton, Obersthofmeister des Kurfürsten, geleitete danndie Prinzessin nach Deutschland, wo Johann Wilhelm seine hoheBraut in Insbruck erwartete, die am 27. Mai dort eintraf.Nach kurzem Aufenthalt des Paares auf dem Schlosse Altenburg,
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Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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