Druckschrift 
Die Rheinlandschaft von Nymwegen bis Xanten unter der Herrschaft der Römer : nach den Quellenschriftstellern und eigenen Localforschungen dargestellt
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

80

Als gegen die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. derBund der Franken sich am Niederrheine erhob, hörte diesergedeihliche Zustand unseres Landstriches völlig auf: zahl-'reiche und plötzliche Einfälle der überrheinischen Völkerhemmten den bisherigen Verkehr und die Bebauung desLandes, Plünderung und Verheerung traten an die Stelle,und neue Vorkehrungen zum Schutze gegen den wildenAndrang der stets unruhigen Nachbaren wurden erforderlich.Ohne uns auf die Einzelheiten der Kriegsbegebenheiten einzu-lassen, berühren wir nur die Hauptcrcignisse, in so fern sieauf den Zustand dieser Gegenden verändernd einwirkten,um auch für diesen kriegerischen Zeiträum, der mit dergänzlichen Vernichtung der Eömerherrschaft am Eheineendete, von unserer Landschaft ein deutliches Bild zu ge-winnen. Die ersten bedeutenden Einfälle der Frankenam Niederrhein fanden statt vom Jahr 254 n. Chi', an,unter Valerianus und dessen Sohne Gallienus; durchPosthumus und Probus wurden die Feinde wiederholt zu-rückgeschlagen und die Gränzen durch kräftige Massregelnwiederum gesichert. Es unterliegt keinem Zweifel, dassdie Befestigungslinie des reßhten Rheinufers schon längereZeit vorher völlig gebrochen und der rechtsrheinische Ufer-strich von den Franken in Besitz genommen worden war.Demzufolge musste die Gränzwehr des IwJceri Ufers ietztum so mehr verstärkt werden, und so erstanden nun Her,neben den von Drusus angelegten Vesten, zwei neue, dasCastell zu Qualburg, welches von semer Lage am Wasserden Namen Quadriburgium (Waterburg) erhielt, 16 ) unddie Hochwarte auf dem Teufelsberge, die zugleich zurSicherung der in ihrem Rücken allmälig herangewachsenenNiederlassung im Holedorn nothwendig wurde. An das