— 57 —
Apotheken. Ich schlug unter näherer Motivirung die Organisationeines Militair-Pharmacie-Wesens und Trennung desselben von denPflichten der Militärärzte als Beaufsichtiger u. s. w., die Errichtungvon Central- und Provinzial-Depots für die selbstbeschafftenArzneien, und die Anstellung verschiedener pharmaceutischerBeamten zur Beaufsichtigung der in den Lazareth-Apothekenarbeitenden jungen Gehilfen, die vor ihrem Eintritt das Staats-Examen abgelegt haben müssten, und zur Verwaltung des Depots,welche Einrichtung längst und besonders in den westlichen euro-päischen Staaten beständen, vor. Von allen diesen Vorschlägen istnur der zur Ausführung gekommen, dass seit 1867 die Gehülfenihr Staatsexamen als Apotheker vor Absolvirung ihrer Dienstpflichtabgelegt haben müssen. Die Einrichtung von Depots ist unter-lassen worden, wahrscheinlich wegen Mangel an Geld, wird abergewiss dereinst auch erfolgen, um den Sanitätsdienst mehr zusichern. — Vorläufig ist bei jedem Armee-Corps ein Stabs-Apo-theker zur Beaufsichtigung des Pharmacie-Wesens und zur Revi-sion der Arznei-Rechnungen u. s. w. angestellt.
Ein weiterer Fortschritt in der Reform erfolgte durch dasunter dem 7. April 1853 vom Könige sanctionirte Reglement überdie Geldverpflegung der Truppen im Frieden, indem es allenAssistenzärzten, ohne Rücksicht auf ihr Gehalt von 15 und20 Thalern fast alle Competenzen eines Seconde-Lieutenants undden Lazareth-Gehilfen höhere Besoldung zugestand, welcher Auf-besserung durch Cabinetsordre vom 15. December 1853 noch diedem Gefreiten- und Unterofficier - Range entsprechenden äusserenAuszeichnungen sich anschlössen, wie ich bereits im Jahre 1847in meiner Schrift: „Das Institut der Chirurgen-Gehilfen" p. 117beansprucht hatte.
In Folge einer Aufforderung Grimm's vom 13. Juli 1853, einGutachten über die bisherige Invalidisirungs-Instruction abzugeben,die neu herausgegeben werden sollte, hatte ich Gelegenheit, michin einer sehr eingehenden Beurtheilung vom 28. Juli über die vie-len, das Urtheil des Arztes beirrenden Kategorien auszulassen undunter anderen Vorschlägen anzuempfehlen, alle Dienstpflichtigen,