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Aus meinem Leben : Nachgelassene Aufzeichnungen des am 26. Mai 1876 zu Düsseldorf verstorbenen
Entstehung
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machte damals bei der militairärztlichen Behörde und Welt grossesAufsehen; denn bis dahin hatte noch nie ein im Dienst befind-licher Compagnie-Chirurg es gewagt, zu prornoviren, was nur vonden Stabsärzten des Instituts und manchen Pensionairärzten ge-schah, aber zur höheren Beförderung noch nicht für nöthig ge-halten wurde. Unser Beispiel machte den Besseren Muth, undallmählig suchten die Garde-Chirurgen und Andere diese Würdesich zu erwerben.

Vom l.December 1821 ab wurde ich, nachdem ich nur zweiJahre und acht Monate gedient hatte, im Alter von 23 '/ 2 Jahrenals Oberarzt in's medicinisch-chirurgische Friedrich-Wilhelms-Institut gerufen, was eine Auszeichnung vor An-deren bezeichnete und durch Wahl der übrigen Stabs- und Ober-ärzte geschah. Ich suchte mich derselben bei dem Esprit deCorps, welcher damals unter den Vorgesetzten des Instituts be-stand, durch gewissenhafte Pflichterfüllung bei der Leitung dermir anvertrauten beiden Sectionen von Studirenden und durch einemsiges Studium würdig zu machen, wurde in diesem Streben abergegen Schluss des Sommersemesters 1822 durch einen heftigenAbdominal-Typhus während eines halben Jahres unterbrochen.

Bereits im Frühjahr 1822 wurde mir die Verwaltung allerSammlungen und Cabinete sowie der reichhaltigen medicinischenBibliothek der Anstalt übertragen, wodurch meine amtlichen Ge-schäfte bedeutend vergrössert, mir aber auch mancher Genuss ge-währt und die Gelegenheit zu Theil wurde, mit der älteren undneueren Literatur bekannt zu werden. Die Bibliothek, neben wel-cher mein Wohnzimmer sich befand, wurde mir nicht nur einegrosse Quelle zur Belehrung, sondern auch die Veranlassung zumeiner künftigen literarischen Thätigkeit.

Durch das glücklich überstandene Nervenfieber, das aber einelange andauernde Schwäche zurückgelassen hatte, wurde ich ver-hindert, schon im Winter 1822/23 die Staatsprüfungen zu absol-viren, die durch ßust's Reorganisation zur Hebung der Chirurgiejetzt viel schwieriger geworden waren, als unter seines Vorgängers,des Mursinna's Zeiten. Es war für die Vorgesetzten sehr penibel,